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Feuilleton Teil einer europaischen Zeitung oder Zeitschrift die sich dem Material widmet das den allgemeinen Leser unterhalten soll ein Artikel in einem Feuilleton gedruckt Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Feuilletonist Dieser Artikel befasst sich mit der journalistischen Darstellungsform Zu dem Walzer von Johann Strauss Sohn siehe Feuilleton Walzer Zu der Romanform siehe Feuilletonroman Feuilleton franzosisch fur Blattchen deutsche Aussprache fœjeto Betonung auf der ersten oder der letzten Silbe bezeichnet einen publizistischen Zweig ein Ressort in der Zeitung eine bestimmte literarische Gattung oder eine journalistische Darstellungsform Seit Mitte des 19 Jahrhunderts ist das Feuilleton als Kulturteil einer Zeitung eines der funf klassischen Ressorts neben Politik Wirtschaft dem Lokalteil und dem Sportteil Es enthalt Beitrage zu Themen wie Literatur Theater Musik bildende Kunst und Film Inhaltsverzeichnis 1 Das Feuilleton als Ressort 1 1 Aufgaben 1 2 Themen 1 3 Textarten 2 Entstehung und Geschichte 2 1 Klassisches Feuilleton 2 2 Modernes Feuilleton 3 Feuilletonismus als kritischer Begriff 4 Feuilletonistischer Stil 5 Siehe auch 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseDas Feuilleton als Ressort BearbeitenAufgaben Bearbeiten In Deutschland bezeichnet Feuilleton klassischerweise die journalistische Berichterstattung uber kulturelle Ereignisse Entwicklungen und Neuheiten Fur den Kulturteil deutscher Zeitungen hat sich der Begriff des Feuilletons insofern durchgesetzt als es einen bestimmten Ort bezeichnet in dem Berichte Essays Kommentare und kritische Besprechungen zu finden sind Das Feuilleton als journalistische Darstellungsform schildert in betont personlicher Weise die Kleinigkeiten und Nebensachlichkeiten des Lebens und versucht ihnen eine menschlich bewegende erbauende Seite abzugewinnen 1 Themen Bearbeiten Im Feuilleton werden hauptsachlich kulturelle Themen wie Kunst und Philosophie behandelt Buch Film Ausstellungs Rezensionen Haufig nimmt sich das Feuilleton auch Themen wie Popkultur oder oft im essayistischen Stil auch Politik Wirtschaft Technik und Naturwissenschaften an Politische Standpunkte erganzen bisweilen die Tagesberichterstattung in den anderen klassischen Ressorts Textarten Bearbeiten Im Feuilleton Kulturteil finden sich verschiedene journalistische Genres wieder Dazu zahlen Bericht Essay Glosse Interview Kommentar Nachricht Reportage Rezension manchmal auch Kritik genannt und Portrat Jede der Textarten verfolgt eine andere Absicht Feuilletonbeitrage zeichnen sich haufig durch eine meinungsbetonte Schreibweise aus Meist wird subjektiv beurteilt oder interpretiert der Autor legt seine Sichtweise dar Entstehung und Geschichte BearbeitenKlassisches Feuilleton Bearbeiten Eine Seite aus der finlands schwedischen Zeitung Helsingfors Dagblad 27 Februar 1889 mit Feuilleton unterm Strich Formen des Feuilletons gab es schon lange Zeit bevor diese Bezeichnung verwendet wurde Schon die ersten Zeitungen enthielten kritische Buch und Theaterbesprechungen und veroffentlichten Gedichte oder Romanauszuge Der Begriff des Feuilletons stammt aus den Zeiten der Franzosischen Revolution Man begann Ende des 18 Jahrhunderts 1789 dem Journal des Debats ein Blattchen mit Theaternachrichten und kritiken beizulegen Der Autor Journalist und vor allem Kulturkritiker Julien Louis Geoffroy nannte seine Rubrik in der er vor allem Theaterauffuhrungen und Bucher besprach Feuilleton Diese erfreuten sich solcher Beliebtheit dass sie ins Hauptblatt aufgenommen wurden und zwar im unteren Seitendrittel durch einen dicken Strich abgetrennt Daher stammt auch die Redensart Unterm Strich eine Rubrik die heute die taz immer noch allerdings fur ironische Beitrage fuhrt Durch diesen Strich fand der Leser schneller diese beliebte Rubrik und konnte sie einfacher aus der Zeitung heraustrennen und sammeln wie es in der damaligen Zeit beliebt war Die Rezensenten wurden damals wenn uberhaupt sehr schlecht bezahlt ausserdem mussten sie bei den damaligen hohen Buchpreisen die Bucher wieder zuruckschicken oder erhielten lediglich beim Kauf des jeweiligen Buches einen Rabatt Im 19 Jahrhundert ubernahmen auch Zeitungen im deutschen Sprachraum diese Verlagerung ins Hauptblatt Einige beruhmte Musiker schrieben Musikkritiken fur das Feuilleton wie zum Beispiel Richard Wagner oder Engelbert Humperdinck fur die Frankfurter Zeitung Auch beruhmte und erfolgreiche Wissenschaftler schrieben Feuilletons Zum Beispiel erlauterten Paul Ehrlich Justus Liebig oder Alexander von Humboldt hier ihre Erkenntnisse und Forschungen Anfang des 20 Jahrhunderts wurden im Feuilleton vermehrt Fortsetzungsromane veroffentlicht Diese erfreuten sich sehr grosser Beliebtheit bei den Lesern und waren in zweierlei Hinsicht fur den Verlag sehr nutzlich Erstens wurden die Leser an die jeweilige Zeitung gebunden und zweitens waren sie ein preisgunstiges Mittel die Lucken im Blatt zu schliessen Zu dieser Zeit waren vor allem die Theaterkritiken ausserst beliebt gerade in den Grossstadten Es gab einige sehr bekannte hauptberufliche Theaterkritiker wie Siegfried Jacobsohn Alfred Kerr oder Alfred Polgar Modernes Feuilleton Bearbeiten Als Begrunder des modernen Feuilletonismus gilt neben Heinrich Heine der im Feuilleton der Allgemeinen Zeitung schrieb auch Ludwig Borne Als Vorbild fur das moderne Feuilleton des 20 Jahrhunderts kann in Deutschland neben dem Berliner Tagblatt das der Frankfurter Zeitung gelten das in den 1920er Jahren viele grosse Namen z B Joseph Roth Walter Benjamin und Siegfried Kracauer versammelte In Osterreich hatte das Feuilleton der Neuen Freien Presse eine stilpragende Bedeutung mit Autoren wie Theodor Herzl Hugo von Hofmannsthal Felix Salten Alice Schalek Arthur Schnitzler Bertha von Suttner oder Stefan Zweig Bei den uberregionalen Zeitungen gibt es immer Kulturredaktionen mit einigen festen Redakteuren Oftmals ruhmen sich diese Zeitungen ihrer Feuilletons Laut Schneider Raue sind sie auch geradezu stolz darauf dass ihre Texte nicht fur die ganze Bevolkerung verstandlich seien ihr Feuilleton sei also absichtlich nicht fur die Mehrheit gedacht Nicht jede Zeitung besitzt eine eigene Kulturredaktion bzw ein eigenes Feuilleton vor allem bei den Lokalzeitungen gibt es selten eine eigenstandige Kulturredaktion Die Feuilletons der grossen deutschsprachigen Zeitungen fasst taglich das Online Kulturmagazin Perlentaucher zusammen Feuilletonismus als kritischer Begriff BearbeitenOft ist das Feuilleton bzw der Feuilletonismus ein deutlich negativ besetzter Begriff der dem Gegenstand einen uberheblichen nebensachlichen oder verzerrenden Gestus unterstellt Hermann Hesse etwa kritisiert in Das Glasperlenspiel seine Zeit unter dem Schlagwort Zeitalter des Feuilletonismus als Phase der Beliebigkeit des Kulturschaffens Gerade im burgerlichen Feuilleton der Belle Epoque machten sich starke antisemitische Tendenzen breit Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde das Feuilleton fur die Kulturpolitik benutzt und sollte vor allem dazu dienen die Identitat der Gesellschaft zu formen und normativ auf deren Geschmack einzuwirken Feuilletonistischer Stil BearbeitenDer feuilletonistische Stil ist literarisch im Plauderton oder auch humorvoll gehalten 1 Er bedient sich rhetorischer Figuren sowie Wortfiguren Einige Beispiele hierfur sind Metaphern Parallelismus Anaphern Epiphern Antithesen Klimax Hyperbel Ironie Siehe auch BearbeitenTerza paginaLiteratur BearbeitenEthel Matala de Mazza Der populare Pakt Verhandlungen der Moderne zwischen Operette und Feuilleton Frankfurt a M Fischer 2018 Hildegard Kernmayer Simone Jung Hrsg Feuilleton Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur Transcript Bielefeld 2017 ISBN 978 3 8376 3722 9 Erhard Schutz Echte falsche Pracht Kleine Schriften zur Literatur Verbrecher Verlag Berlin 2011 ISBN 978 3 940426 93 2 Rudolf Stober Deutsche Pressegeschichte Von den Anfangen bis zur Gegenwart UTB 2716 Medien und Kommunikationswissenschaft Geschichte Literaturwissenschaft 2 uberarbeitete Auflage UVK Verlags Gesellschaft Konstanz 2005 ISBN 3 8252 2716 2 Heinz Purer Meinrad Rahofer Claus Reitan Hrsg Praktischer Journalismus Presse Radio Fernsehen Online Praktischer Journalismus Band 9 Inklusive CD ROM mit journalistischen Beispielen 5 vollig neue Auflage UVK Verlags Gesellschaft Konstanz 2004 ISBN 3 89669 458 8 Wolf Schneider Paul Josef Raue Das neue Handbuch des Journalismus rororo 61569 Sachbuch Vollstandig uberarbeitete und erweiterte Neuausgabe Rowohlt Reinbek bei Hamburg 2003 ISBN 3 499 61569 X Kai Kauffmann Erhard Schutz Hrsg Die lange Geschichte der Kleinen Form Beitrage zur Feuilletonforschung Weidler Berlin 2000 ISBN 3 89693 140 7 Gunter Reus Ressort Feuilleton Kulturjournalismus fur Massenmedien Reihe praktischer Journalismus Band 22 2 uberarbeitete Auflage UVK Medien Konstanz 1999 ISBN 3 89669 245 3 Hellmuth Karasek Unterm Strich Feuilletonistisches zum deutschen Gross Feuilleton In Spiegel special Nr 1 1995 S 99 101 spiegel de Almut Todorow Das Feuilleton der Frankfurter Zeitung in der Weimarer Republik Zur Grundlegung einer rhetorischen Medienforschung Rhetorik Forschungen Band 8 Niemeyer Tubingen 1994 ISBN 3 484 68008 3 Zugleich Tubingen Universitat Habilitations Schrift 1994 Werner Rahmelow Zu den Anfangen des feuilletonistischen Stiles Untersuchungen an Heine Schimkus Hamburg 1936 Freiburg Breisgau Universitat phil Dissertation vom 15 Januar 1937 Ernst Eckstein Beitrage zur Geschichte des Feuilletons 2 Bde Hartknoch Leipzig 1876 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Feuilleton Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme UbersetzungenEinzelnachweise Bearbeiten a b Claudia Mast Hrsg ABC des Journalismus UVK Konstanz 2004 ISBN 3 89669 419 7 S 355 Normdaten Sachbegriff GND 4017026 3 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Feuilleton amp oldid 211871608, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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