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Jakob Kaiser deutscher Politiker Zentrum CDU MdR MdB Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Zum Reformator siehe Jakob Kaiser Reformator Jakob Kaiser 8 Februar 1888 in Hammelburg 7 Mai 1961 in West Berlin war ein deutscher Politiker Zentrum spater CDU Widerstandskampfer gegen den Nationalsozialismus Vorsitzender der CDU der SBZ Mitglied des Parlamentarischen Rates und von 1949 bis 1957 Bundesminister fur gesamtdeutsche Fragen Jakob Kaiser 1950 Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Ehrungen 3 Siehe auch 4 Schriften 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseLeben BearbeitenDer Buchbinder Jakob Kaiser gehorte in der Weimarer Republik der Zentrumspartei an und war in der Christlichen Gewerkschaftsbewegung aktiv Ab 1924 war er Landesgeschaftsfuhrer der Christlichen Gewerkschaften fur das Rheinland und Westfalen und wurde in der Reichstagswahl Marz 1933 fur das Zentrum noch ins Parlament gewahlt dem er dann bis November 1933 angehorte Am 23 Marz 1933 stimmte Kaiser mit seiner Fraktion dem Ermachtigungsgesetz zu 1933 war er im Fuhrerkreis der Vereinigten Gewerkschaften der die Richtungsgewerkschaften im Kampf gegen die Nationalsozialisten zu einer Einheitsgewerkschaft zusammenschliessen wollte 1934 schloss er sich der Widerstandsbewegung an und arbeitete eng mit Wilhelm Leuschner und Max Habermann zusammen Wegen des dringenden Verdachtes hochverraterischer Betatigung war er 1938 mehrere Monate in Gestapo Haft Nach 1941 setzte er seine Widerstandstatigkeit in Zusammenarbeit mit Carl Friedrich Goerdeler und fuhrenden Mannern der Militaropposition fort Kaiser war fuhrendes Mitglied im Kolner Kreis Der Verhaftungswelle nach dem Attentat vom 20 Juli 1944 konnte er durch Flucht entgehen und sich in einem Kellerversteck in Potsdam Babelsberg verbergen Er uberlebte als einziger aus dem engeren Kreis des gewerkschaftlichen Widerstands in Berlin Seine Frau Therese und die altere Tochter Elisabeth die 1949 Hans Katzer heiratete kamen in Sippenhaft Ebenfalls inhaftiert wurden die Geschwister seiner Frau Jakob Kaiser auf dem Parteitag der Ost CDU 1947 Nach dem Zweiten Weltkrieg gehorte Kaiser mit Andreas Hermes und Joseph Ersing zu den Mitbegrundern der CDU in der sowjetischen Besatzungszone SBZ Er kampfte erfolglos gegen die immer tiefer werdende Kluft zwischen der SBZ und den drei Westzonen sowie gegen die Umwandlung der Ost CDU in eine Blockpartei In den Augen der Siegermachte war Kaiser der Vertreter der Linken in der Partei Die Zeitung The Times nannte ihn 1946 den Gegenpol zu Konrad Adenauer Der wahre Fuhrer der Linken in der C D U ist Jakob Kaiser der die Partei in der russischen Zone von Berlin aus leitet Zum Teil wegen seiner alten Verbindung zu den christlichen Gewerkschaften zum Teil weil er in der russischen Zone aktiv sein muss predigt Kaiser einen nicht marxistischen Sozialismus welchen Adenauer wiederum ablehnt Kaisers Einfluss in der Partei ist nur augenblicklich schwach seine Personlichkeit ist geeignet ihn zu einem zukunftigen nationalen Fuhrer zu machen wenn Deutschland wieder ein eigener Staat ist 1 Im Dezember 1947 wurden er und Ernst Lemmer als Vorsitzende der Ost CDU von der Sowjetischen Militaradministration abgesetzt Auch nach seiner Ubersiedelung nach West Berlin war Kaiser jedoch ein Gegner der Westbindungspolitik des Vorsitzenden der CDU in der britischen Zone und spateren Bundeskanzlers Konrad Adenauer Er favorisierte stattdessen ein blockfreies Deutschland mit Bruckenfunktion zwischen West und Ost Mit Karl Arnold gehorte er zudem zu der Gruppe ehemaliger christlicher Gewerkschaftsfuhrer die sich innerhalb der CDU fur die Vergesellschaftung Verstaatlichung von Schlusselindustrien einsetzten Er gehort zu den Grundern der CDU Sozialausschusse deren Vorsitzender er von 1949 bis 1958 war Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 1953 war er der einzige CDU Spitzenpolitiker der sich offen fur eine Grosse Koalition einsetzte Ehrengrab Jakob Kaisers auf dem Waldfriedhof Zehlendorf 1948 49 war Kaiser als Vertreter der Berliner Stadtverordnetenversammlung beratendes Mitglied des Parlamentarischen Rates Wegen des Sonderstatus Berlins hatte er dort kein Stimmrecht Bei der ersten Bundestagswahl 1949 kandidierte Kaiser in Essen fur ein Direktmandat und wurde mit 32 4 der Stimmen ins Parlament gewahlt 1953 behauptete er den Wahlkreis mit nunmehr der absoluten Mehrheit der Erststimmen In der Zeit seiner von 1949 bis 1957 wahrenden Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag bekleidete er das Amt des Ministers fur gesamtdeutsche Fragen Er gehorte zu den fuhrenden Kopfen des am 17 Juni 1954 gegrundeten Kuratoriums Unteilbares Deutschland In seiner Ministerposition engagierte er sich erfolgreich fur ein positives Votum in der Volksabstimmung durch die das Saarland 1957 zum zehnten Bundesland der Bundesrepublik Deutschland wurde 2 Von 1950 bis 1953 und 1956 57 war er standiger Vertreter des Bundeskabinetts im Altestenrat des Bundestages Von 1950 bis 1958 war er einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU Jakob Kaiser erlitt 1957 einen Herzinfarkt seitdem war er teilweise gelahmt Er starb am 7 Mai 1961 in West Berlin an Herzschwache 3 Kaiser wurde am 12 Mai auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin Nikolassee mit einem Staatsbegrabnis beigesetzt 4 Die Grabstatte gehort zu den Ehrengrabern des Landes Berlin Kaiser war seit 1918 verheiratet mit Therese Kaiser geb Mohr 1889 1952 und seit 1953 mit Elfriede Kaiser Nebgen 1890 1983 und Vater von zwei Tochtern Ehrungen Bearbeiten1953 Grosskreuz der Bundesrepublik Deutschland Anlasslich seines siebzigsten Geburtstags 1958 wurde er Ehrenburger von Berlin und von Homburg im Saarland sowie im gleichen Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Ehrenvorsitzender der CDU Funf Tage nach seinem Tod erhielt am 12 Mai 1961 der Siemensplatz in Berlin Charlottenburg Nord den Namen Jakob Kaiser Platz 5 In Konigswinter bei Bonn hat die Jakob Kaiser Stiftung e V ihren Sitz Zentrale Aufgabe ist die politische Bildung Nach ihm der sich stets fur den Wiederaufbau des Reichstags ausgesprochen hatte ist das Jakob Kaiser Haus benannt Das grosste deutsche Parlamentsgebaude liegt im Berliner Regierungsviertel nordlich neben dem Reichstagsgebaude und beherbergt Abgeordnetenburos Tagungs und Verwaltungsraume sowie Ausschusssale des Bundestages In seiner Geburtsstadt Hammelburg wurden die Realschule und eine Brucke nach ihm benannt In Bielefeld Bonn Bremerhaven Fulda Hamburg Koln Leverkusen Marburg Marktheidenfeld Munchen Osnabruck Selm und Wilhelmshaven gibt es zu seinem Andenken jeweils eine Jakob Kaiser Strasse in Erfurt einen Jakob Kaiser Ring in Gifhorn und Wuppertal einen Jakob Kaiser Weg Nach Jakob Kaiser war der Jakob Kaiser Preis fur ausgezeichnete Fernsehsendungen und reportagen benannt Siehe auch BearbeitenKabinett Adenauer I Kabinett Adenauer IISchriften BearbeitenJakob Kaiser Gewerkschafter und Patriot Eine Werkauswahl hg von Tilman Mayer Bund Verlag Koln 1988 Jakob Kaiser Wir haben Brucke zu sein Reden Ausserungen und Aufsatze zur Deutschlandpolitik Herausgegeben von Christian Hacke Verlag Wissenschaft und Politik Koln 1988 ISBN 3 8046 8706 7 Literatur BearbeitenErich Kosthorst Jakob Kaiser Der Arbeiterfuhrer Kohlhammer Stuttgart u a 1967 Elfriede Nebgen Jakob Kaiser Der Widerstandskampfer Kohlhammer Stuttgart u a 1967 Werner Conze Jakob Kaiser Politiker zwischen Ost und West 1945 1949 Kohlhammer Stuttgart 1969 Erich Kosthorst Jakob Kaiser Bundesminister fur gesamtdeutsche Fragen 1949 1957 Kohlhammer Stuttgart u a 1972 Werner Conze Kaiser Jakob In Neue Deutsche Biographie NDB Band 11 Duncker amp Humblot Berlin 1977 ISBN 3 428 00192 3 S 41 43 Digitalisat Marcel Albert Jakob Kaiser Politiker aus Hammelburg in der deutschen Erinnerungskultur in Mainfrankisches Jahrbuch 60 2008 S 318 335 Helmut Muller Enbergs Kaiser Jakob In Wer war wer in der DDR 5 Ausgabe Band 1 Ch Links Berlin 2010 ISBN 978 3 86153 561 4 Herbert Elzer Konrad Adenauer Jakob Kaiser und die kleine Wiedervereinigung Die Bundesministerien im aussenpolitischen Ringen um die Saar 1949 1955 Rohrig Universitatsverlag 1 Aufl St Ingbert 2008 ISBN 978 3 86110 445 2 6 Weblinks Bearbeiten Commons Jakob Kaiser Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Literatur von und uber Jakob Kaiser im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Zeitungsartikel uber Jakob Kaiser in der Pressemappe 20 Jahrhundert der ZBW Leibniz Informationszentrum Wirtschaft Kurzbiografie der Gedenkstatte Deutscher Widerstand Manfred Agethen Jakob Kaiser In Geschichte der CDU Konrad Adenauer Stiftung Jakob Kaiser in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten Jakob Kaiser Stiftung Marcel Albert OSB Jakob Kaiser in der deutschen Erinnerungskultur In Telfser com Mai 2006 Nachlass Bundesarchiv N 1018Einzelnachweise Bearbeiten The Times Germans Poll To Morrow Elections in the British Zone 14 September 1946 S 3 Zitat aus dem Englischen ubersetzt siehe das Buch von Herbert Elzer 2008 Der Spiegel 21 1961 Gestorben bundesarchiv de Jakob Kaiser Platz In Strassennamenlexikon des Luisenstadtischen Bildungsvereins beim Kaupert Geschichte Politik und Gesellschaft Schriftenreihe der Stiftung Demokratie Saarland e V Bd 9 1037 Seiten Bundesminister fur gesamtdeutsche Fragen bzw innerdeutsche Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland Jakob Kaiser Ernst Lemmer Rainer Barzel Erich Mende Johann Baptist Gradl Herbert Wehner Egon Franke Rainer Barzel Heinrich Windelen Dorothee WilmsKabinett Adenauer I 20 September 1949 bis 20 Oktober 1953 Konrad Adenauer CDU Franz Blucher FDP Gustav Heinemann CDU Robert Lehr CDU Thomas Dehler FDP Fritz Schaffer CSU Ludwig Erhard CDU Wilhelm Niklas CSU Anton Storch CDU Hans Christoph Seebohm DP Hans Schuberth CSU Eberhard Wildermuth FDP Fritz Neumayer FDP Hans Lukaschek CDU Jakob Kaiser CDU Heinrich Hellwege DP Kabinett Adenauer II 20 Oktober 1953 bis 15 Oktober 1957 Konrad Adenauer CDU Franz Blucher FDP FVP Heinrich von Brentano CDU Gerhard Schroder Politiker 1910 Fritz Neumayer FDP FVP Hans Joachim von Merkatz DP Fritz Schaffer CSU Ludwig Erhard CDU Heinrich Lubke CDU Anton Storch CDU Hans Christoph Seebohm DP Hans Schuberth CSU Siegfried Balke CSU Ernst Lemmer CDU Victor Emanuel Preusker FDP FVP Theodor Oberlander GB BHE CDU Jakob Kaiser CDU Heinrich Hellwege DP Robert Tillmanns CDU Waldemar Kraft GB BHE CDU Hermann Schafer FDP FVP Franz Josef Strauss CSU Theodor Blank CDU Franz Josef Wuermeling CDU Vorsitzende der CDA Johannes Albers Jakob Kaiser Karl Arnold Johannes Albers Hans Katzer Norbert Blum Ulf Fink Werner Schreiber Rainer Eppelmann Hermann Josef Arentz Gerald Weiss Karl Josef LaumannParteivorsitzende der CDU der DDR Andreas Hermes Jakob Kaiser Otto Nuschke August Bach Gerald Gotting Wolfgang Heyl Lothar de Maiziere Normdaten Person GND 11855946X OGND AKS LCCN n88645230 VIAF 61575128 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Kaiser JakobKURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker Zentrum CDU MdR MdBGEBURTSDATUM 8 Februar 1888GEBURTSORT HammelburgSTERBEDATUM 7 Mai 1961STERBEORT BerlinAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Jakob Kaiser amp oldid 211878449, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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