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Nationalsozialismus radikal antisemitische rassistische nationalistische chauvinistische volkische sozialdarwinistische antikommunistische antiliberale und antidemokratische Ideologie Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den Nationalsozialismus als Ideologie Fur die Herrschaftsepoche siehe Zeit des Nationalsozialismus fur Vorlaufer und verschiedene teils verwandte Ideologien siehe Nationaler Sozialismus Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische rassistische nationalistische chauvinistische volkische sozialdarwinistische antikommunistische antiliberale und antidemokratische Ideologie Seine Wurzeln hat er in der volkischen Bewegung die sich etwa zu Beginn der 1880er Jahre im deutschen Kaiserreich und in Osterreich Ungarn entwickelte Ab 1919 nach dem Ersten Weltkrieg wurde er zu einer eigenstandigen politischen Bewegung im deutschsprachigen Raum Adolf Hitler 1927 als Redner beim dritten Reichsparteitag der NSDAP dem ersten in Nurnberg Im Hintergrund sind Heinrich Himmler Rudolf Hess Franz Pfeffer von Salomon und Gregor Strasser zu sehen Die 1920 gegrundete Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP gelangte unter Adolf Hitler am 30 Januar 1933 in Deutschland zur Macht wandelte die Weimarer Republik durch Terror Rechtsbruche und die so genannte Gleichschaltung in die Diktatur des NS Staats um Dieser loste 1939 mit dem Uberfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus in dessen Verlauf die Nationalsozialisten und ihre Kollaborateure zahlreiche Kriegsverbrechen und Massenmorde verubten darunter den Holocaust an etwa sechs Millionen europaischen Juden und den Porajmos an den europaischen Roma Die Zeit des Nationalsozialismus endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8 Mai 1945 Seitdem beeinflusst die Bewaltigung der NS Vergangenheit die Politik NS Propaganda das Verwenden damaliger Symbole und politische Betatigung im nationalsozialistischen Sinn sind seit 1945 in Deutschland und Osterreich verboten In weiteren Staaten bestehen ahnliche Verbote Neonazis und andere Rechtsextremisten vertreten weiterhin nationalsozialistische oder damit verwandte Ideen und Ziele In der NS Forschung ist umstritten ob der Nationalsozialismus mit verallgemeinernden Begriffen wie Faschismus oder Totalitarismus beschrieben werden kann oder ob es sich um ein singulares Phanomen handelte Inhaltsverzeichnis 1 Bezeichnungen 2 Entstehung 3 Programmatik 3 1 25 Punkte Programm 3 2 Mein Kampf 4 Fuhrerkult und Fuhrerstaat 5 Weitere Merkmale und Entwicklungen der NS Ideologie 6 Kapitalismus und Antikapitalismus 6 1 Finanzquellen der NSDAP 6 2 Antikapitalismus in der NS Ideologie 6 3 Verhaltnis zu Privateigentum und Konkurrenzprinzip 6 4 Verhaltnis zum Ordoliberalismus 6 5 Egalitare Prinzipien und Verhaltnis zum Sozialismus 6 6 Wirtschaftspolitik des NS Regimes 6 7 Das Verhaltnis zu den Gewerkschaften 7 Verhaltnis zur Religion 7 1 Nationalsozialismus als politische Religion 7 2 Verhaltnis zum Christentum 7 3 Gottglaubigkeit 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 10 1 Filme 10 2 Aufarbeitung 10 3 Dokumente 10 4 Grundinformationen 10 5 Historische Debatte 10 6 Materialien 10 7 Opfer 11 FussnotenBezeichnungen Nationaler Sozialismus bezeichnete im deutschsprachigen Raum seit etwa 1860 Verbindungen von nationalistischen und sozialistischen Ideen Vom Nationalsozialismus sprach zuerst die 1903 in Osterreich gegrundete Deutsche Arbeiterpartei die sich 1918 in Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei DNSAP umbenannte Entsprechend benannte sich auch die 1919 in Deutschland gegrundete Deutsche Arbeiterpartei DAP 1920 in NSDAP um 1 Mit der Bezeichnung Nationalsozialismus grenzten diese neuen Parteien ihre Ideologie gegen den Internationalismus der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien und vom konservativen Nationalismus alterer Parteien ab indem sie sich deren Wahlerschichten Arbeitern und Mittelstand als bessere Alternative anboten Ausserdem stellten sie einzelne antikapitalistische Forderungen in den Rahmen eines volkisch rassistischen Nationalismus und prasentierten sich seit 1920 als Bewegung nicht als Partei um so Protestwahler und Politikverdrossene zu erreichen Heute bezeichnet der Begriff meist die besondere Ideologie Adolf Hitlers und seiner Anhanger Als Nationalismus definierte Hitler die Hingabe des Individuums an seine Volksgemeinschaft deren Verantwortung fur das Individuum nannte er Sozialismus Die Vergesellschaftung der Produktionsmittel ein Hauptziel der Sozialisten lehnte er entschieden ab 2 Laut dem Historiker Hans Ulrich Wehler lebte der Sozialismus in der NSDAP nur in verballhornter Form als Volksgemeinschaftsideologie fort 3 Zudem unterschied die NSDAP ihren Nationalsozialismus vom italienischen Faschismus Faschismus dient seit 1925 ausgehend von der Sowjetunion jedoch vielfach als Oberbegriff fur Nationalsozialismus Hitlerfaschismus italienischen Faschismus und verwandte antikommunistische Ideologien Regimes und Systeme In marxistischen Faschismustheorien wird der Nationalsozialismus als Form des Faschismus eingestuft Nichtmarxistische Forscher die den Nationalsozialismus als eine Spielart des Faschismus erklaren sind etwa Ernst Nolte der ihn in seinem Werk Der Faschismus in seiner Epoche 1963 in Abgrenzung vom italienischen Normalfaschismus als Radikalfaschismus kennzeichnete 4 oder Wolfgang Benz der ihn 2010 als die radikalste Erscheinungsform faschistischer Ideologien bezeichnet 5 Jorg Echternkamp argumentiert dass erst das von der transnationalen Faschismusforschung entwickelte Koordinatensystem eine Einordnung des Nationalsozialismus und einen Vergleich mit anderen Bewegungen erlaube Die von vielen Wissenschaftlern bejahte Wesensverwandtschaft zwischen ihnen zeige sich aber weniger in den jeweiligen Programmen als in ihrem Aktionismus und ihrer immensen Gewaltbereitschaft 6 Nach 1945 wurde der Nationalsozialismus besonders in den USA und der fruheren Bundesrepublik Deutschland als Totalitarismus bezeichnet und unter diesem Oberbegriff mit der Ideologie und dem Herrschaftssystem des Stalinismus parallelisiert Faschismus und Totalitarismustheorien werden in der Forschung kontrovers diskutiert Die Historiker Michael Burleigh und Wolfgang Wippermann argumentieren dass die Subsumierung des Nationalsozialismus unter eine dieser Theorien seinen Wesenskern das rasseideologische Programm verkennt 7 Laut der franzosischen Psychoanalytikerin Janine Chasseguet Smirgel und dem deutschen Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn rationalisiert die Anwendung des Faschismusbegriffs auf den Nationalsozialismus den Holocaust und verharmlost ihn dadurch Dies diene unbewusst der Verdrangung und Abwehr der Schuld der Eltern bzw Grosselterngeneration 8 Aus diesen und anderen Grunden pladieren diese Forscher aber auch Karl Dietrich Bracher und Bernd Martin dafur den Nationalsozialismus als eigenstandiges und singulares Phanomen anzusehen 9 Die Ausdrucke Nazis fur die Nationalsozialisten 10 und Nazismus fur ihre Ideologie wurden seit den 1920er Jahren bei ihren Gegnern in der Arbeiterbewegung spater auch bei den befreiten Haftlingen des KZ Buchenwald und in der DDR ublich Heutige Anhanger des Nationalsozialismus werden oft Neonazis genannt Entstehung Hakenkreuz Skizze Hitlers von 1920 mit dem Vermerk Die heiligen Zeichen der Germanen Eines dieser Zeichen sollte von uns wieder erhoben werden Deutsche Antisemiten hatten sich seit 1879 in mehreren politischen Parteien vielen Gruppen und Vereinen organisiert Die Antisemitenparteien wollten die judische Emanzipation beenden und revidieren verfehlten ihre Ziele jedoch Nach Stimmverlusten bei den Reichstagswahlen von 1912 bildeten sich neue uberparteiliche antisemitische Vereine und Verbande wie der Reichshammerbund von Theodor Fritsch der Verband gegen die Uberhebung des Judentums und der geheime Germanenorden aus dem 1918 die Munchner Thule Gesellschaft hervorging Aus ihrer Zeitschrift dem Munchener Beobachter mit dem Hakenkreuz als Titelsymbol wurde das Parteiorgan der NSDAP der Volkische Beobachter Ein weiterer Vorlaufer des Nationalsozialismus war der kleine extrem nationalistische und imperialistische uberparteiliche Alldeutsche Verband gegrundet 1891 Er strebte eine kriegerische Erweiterung des deutschen Lebensraums und Unterwerfungspolitik an Im Ersten Weltkrieg erreichte er mit seiner starken antisemitischen Propaganda die staatliche Judenzahlung von 1916 Nach 1918 forderte er eine nationale Diktatur gegen Fremdvolkische 1914 grundete sich der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband und zwei altere Antisemitenparteien vereinten sich als Deutschvolkische Partei DVP Diese vereinte sich im Kriegsverlauf mit dem Alldeutschen Verband Auf dessen Initiative hin vereinten sich gegen Kriegsende aufgeloste mit neugegrundeten volkischen Gruppen wie dem Deutsch Osterreichischen Schutzverein Antisemitenbund der Deutschvolkischen Beamtenvereinigung und dem Bund volkischer Frauen zum Deutschvolkischen Schutz und Trutzbund Dieser hatte 1920 rund 200 000 Mitglieder in 600 Ortsgruppen wurde aber nach dem Hitler Ludendorff Putsch 1923 verboten Nach der Wiederzulassung der NSDAP verlor er ihr gegenuber an Einfluss und wurde 1933 ganz aufgelost Zudem verbreiteten sich seit der Oktoberrevolution von 1917 und dem folgenden Russischen Burgerkrieg unter anderem durch russische Fluchtlinge viele antikommunistische Gruppen 11 Unter dem Propagandaschlagwort judischer Bolschewismus setzten nationalkonservative Eliten und aus Frontsoldaten gebildete Freikorps Juden und Kommunisten gleich Sie vertraten oft auch die Verschworungstheorie eines angeblichen weltbeherrschenden Weltjudentums 12 Darunter war die 1920 in Munchen gegrundete Wirtschaftliche Aufbau Vereinigung Diese unterstutzte die NSDAP finanziell und ideologisch 13 Im Nationalsozialismus verschmolzen diese Stromungen und Gruppen ihre rassistischen nationalistisch alldeutschen und imperialistischen Vorstellungen und Ziele miteinander 14 Das starkste tragende Bindeglied ihrer vielfaltigen Ideen war der Antisemitismus Dieser zeigte sich seit der Novemberrevolution von 1918 zugleich als radikale Ablehnung der Weimarer Republik die diese Gruppen als von Novemberverbrechern geschaffene Judenrepublik denunzierten Die Volkischen definierten ihre Weltanschauung als strikten Gegensatz zum Marxismus der Linksparteien zum politischen Katholizismus der Zentrumspartei und zu ihrer Fiktion eines Weltjudentums Teile der volkischen Bewegung vertraten auch schon Ideen von Menschenzucht Eugenik 15 Programmatik25 Punkte Programm Hauptartikel 25 Punkte Programm Der Nationalsozialismus bildete als Sammelbewegung volkischer rassistischer und revisionistischer Gruppen zunachst keine konsistente Ideologie Hans Frank erklarte daher spater in den Nurnberger Prozessen es habe so viele Nationalsozialismen wie Nationalsozialisten gegeben Zusammengehalten wurde die Partei durch die Person Hitler der als charismatischer Fuhrer das Interpretationsmonopol daruber innehatte was Nationalsozialismus bedeute Unser Programm heisst Hitler lautete eine nationalsozialistische Losung 16 Schriftlich niedergelegt war das Programm im bei der Grundung der NSDAP 1920 beschlossenen 25 Punkte Programm 17 An erster Stelle standen aussenpolitische Ziele Aus dem Zusammenschluss aller Deutschen zu einem Gross Deutschland mit Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Volker leitete Punkt 2 die Aufhebung des Versailler Friedensvertrages Punkt 3 Land und Boden Kolonien zur Ernahrung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevolkerungsuberschusses ab Dem folgten innenpolitische Forderungen nach Ausgrenzung bestimmter Bevolkerungsteile durch eine rassistische Fremdengesetzgebung Staatsburger kann nur sein wer Volksgenosse ist Volksgenosse kann nur sein wer deutschen Blutes ist ohne Rucksichtnahme auf Konfession Kein Jude kann daher Volksgenosse sein Daraus folgerte Punkt 6 den Ausschluss von Juden aus allen Staats und Parteiamtern Punkt 8 ein Einwanderungsverbot und sofortige Zwangsausweisung aller als Nichtdeutsche definierten Personen die seit 2 August 1914 eingewandert waren Die Leitidee der rassischen Volksgemeinschaft wurde also nach aussen expansiv nach innen als Entrechtung eines Teils der Deutschen ausformuliert Dem folgten in Punkt 9 17 einige plakative und ressentimentgetrankte wirtschafts und sozialpolitische Forderungen die den Anspruch der Partei die Interessen deutscher Arbeiter zu vertreten zeigen sollten allgemeine Arbeitspflicht Abschaffung des arbeits und muhelosen Einkommens Brechung der Zinsknechtschaft Einziehung aller Kriegsgewinne Verstaatlichung aller bisher bereits vergesellschafteten Trusts Betriebe Gewinnbeteiligung an Grossbetrieben Ausbau der Altersversorgung Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung Kommunalisierung der Gross Warenhauser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende eine unentgeltliche Enteignung von Boden fur gemeinnutzige Zwecke Abschaffung des Bodenzinses und Verhinderung jeder Bodenspekulation Punkt 18 forderte die Todesstrafe fur gemeine Volksverbrecher Wucherer Schieber usw ohne Rucksichtnahme auf Konfession und Rasse erneut ein deutlicher Hinweis auf die gemeinte Zielgruppe die Juden Punkt 19 forderte den Ersatz eines angeblich materialistischen romischen Rechtes durch ein deutsches Gemeinrecht Der Idee einer Einheit von Volk und Staat folgten Forderungen nach staatlichem Ausbau der Volksbildung 20 Hebung der Volksgesundheit durch korperliche Ertuchtigung 21 Bildung eines Volkesheeres 22 Die angestrebte Abschaffung der Pressefreiheit und Einfuhrung von Pressezensur wurde als gesetzlicher Kampf gegen die bewusste politische Luge und ihre Verbreitung 23 bemantelt Indem nur Volksgenossen Zeitungsredakteure und Verlagseigentumer sein sollten zeigte sich auch hier ein antisemitischer Impuls Der Topos von der judischen Weltpresse war unter Antisemiten seit Langem ublich Zugleich sollten auch Kunst und Kultur von dem zersetzenden Einfluss auf unser Volksleben gereinigt werden Darauf fusste die NS Kulturpolitik insbesondere das Vorgehen gegen sogenannte entartete Kunst Im scheinbaren Widerspruch dazu bekraftigte Punkt 24 die Religionsfreiheit im Staat allerdings nur so weit sie nicht dessen Bestand gefahrden oder gegen das Sittlichkeits und Moralgefuhl der germanischen Rasse verstossen Mit dem Bekenntnis zu einem positiven Christentum ohne Bindung an eine bestimmte Konfession aber in einheitlicher Frontstellung gegen einen judisch materialistischen Geist in und ausser uns war eine Voraussetzung fur den spateren Kirchenkampf genannt Das Programm gipfelte in der Parole Gemeinnutz vor Eigennutz und der Forderung nach einer starken Zentralgewalt des Reiches deren in unbedingter Autoritat erlassene Rahmengesetze neu gebildete Stande und Berufskammern in den Bundesstaaten durchfuhren sollten Damit deutete sich die spatere Gleichschaltungspolitik gegenuber foderalen Institutionen schon an Die Parteifuhrer wurden wenn notig unter Einsatz des eigenen Lebens fur die Programmverwirklichung eintreten Darre bei einer Kundgebung Dezember 1937 Wahrend die aussen und innenpolitischen Hauptforderungen in Punkt 1 8 prazise und konkret formuliert waren und tatsachlich ab 1933 staatlich grossenteils umgesetzt wurden blieben viele der wirtschafts und kulturpolitischen Forderungen in Punkt 9 20 vage 11 unklar 13 skurril oder praktisch unrealisierbar etwa der Einzug aller Kriegsgewinne in Punkt 14 Diese Unklarheiten fuhrten zu einer teilweise heftigen internen Ideologiedebatte und verschiedenen Wirtschaftsprogrammen Otto Wagener etwa forderte die Unterstutzung des Mittelstandes Richard Walther Darre die der Bauern Gottfried Feder verlangte die von ihm erfundene Brechung der Zinsknechtschaft Hitler trug diesem Streit als Parteifuhrer spater zum Teil Rechnung indem er einige Programmforderungen revidierte reduzierte oder ignorierte 1928 reduzierte er die angekundigte Bodenreform auf Enteignung judischer Bodenspekulationsgesellschaften Wie die Zinsknechtschaft gebrochen werden sollte liess er jedoch offen Nach heftigen Auseinandersetzungen um den Sozialismus im Nationalsozialismus wurde das 25 Punkte Programm auf der Bamberger Fuhrertagung 1926 fur unabanderlich erklart eine Konkretisierung oder Festlegung auf eine bestimmte Deutung fand nicht statt 18 In einem Interview mit einem katalanischen Journalisten erklarte Hitler im November 1923 warum die NSDAP sich fur die Entfernung der Juden aus Deutschland einsetzte Sie ausnahmslos umzubringen ware naturlich die beste Losung Da dies aber wegen der zu erwartenden Reaktion des Auslands nicht moglich sei bleibe als Losung nur die Massenvertreibung 19 Mein Kampf In Mein Kampf bekraftigte Hitler vor allem die aussen und bevolkerungspolitischen Ziele des NSDAP Programms allen voran den Anschluss Osterreichs an das nunmehrige Grossdeutsche Reich Im Unterschied zum Kaiserreich das mit dem britischen Weltreich als Kolonialmacht in Afrika und Fernasien zu konkurrieren versuchte wollte Hitler Lebensraum nicht in Westeuropa und in Ubersee sondern in Osteuropa gewinnen Damit schloss er sich wahrscheinlich geopolitischen Theorien von Rudolf Kjellen Halford Mackinder und Karl Haushofer an die die Eroberung und Beherrschung der Landmasse von Eurasien als Schlussel zur Weltherrschaft sahen Auch der mittelalterliche Mythos mancher Ordensritter von einem deutschen Drang nach Osten stand hinter dieser Idee Dabei dachte Hitler an Russland und die ihm untertanen Randstaaten Um sie zu erobern wollte er zuerst den Versailler Vertrag revidieren dann Frankreich mit Hilfe eines Bundnisses mit Grossbritannien und Italien isolieren spater ganz vernichten Damit revidierte er Punkt 3 des NSDAP Programms Das Erobern von Kolonien wurde England zu Protesten herausfordern Dessen Kolonialmacht musse Deutschland garantieren dann wurden die Briten es auf dem Kontinent gewahren lassen Polen erwahnte Hitler hier nicht auch die USA und Japan kamen nur am Rande vor Diese Prioritaten waren gegenuber den Vorlieben kaiserlicher Imperialisten neu 20 Ein Informationsplakat aus der Ausstellung Wunder des Lebens Marz 1935 in Berlin Zur Wirtschaftspolitik ausserte sich Hitler in Mein Kampf nur auf funf Seiten Den Punkt der Volksgesundheit dagegen fuhrte er breit aus und brachte dabei den auch die wirtschafts und kulturpolitischen Vorstellungen tragenden Rassismus der NS Ideologie deutlich zur Geltung Seine beiden untrennbar miteinander verknupften Grundgedanken waren die These von hoheren und niederen Rassen die miteinander im Kampf liegen die These dass eine Rassenvermischung schadlich fur die hohere Rasse sei diese unweigerlich schwache und langfristig auflose Diese Ideologiegrundsatze hatten Sozialdarwinisten Eugeniker und Rassentheoretiker des 19 und fruhen 20 Jahrhunderts wie Francis Galton Ernst Haeckel Alfred Ploetz und Wilhelm Schallmayer begrundet Neu war nur dass Rassenhygiene erstmals zum umfassenden politischen Programm gemacht wurde Hitler sah die Arterhaltung als Hauptaufgabe des Staates und folgerte dass dieser die unvermischten Bestande an nordisch germanischen Menschen im deutschen Volk konsequent schutzen und so langsam aber sicher zur beherrschenden Stellung emporfuhren musse Der starke Fuhrerstaat musse den Sieg des Besseren Starkeren und die Unterordnung des Schlechteren und Schwacheren fordern Dies bedeutete konkret etwa Zwangssterilisation von als behindert und erbkrank Klassifizierten und zugleich Kindergeld billige Wohnungen und materielle Vergunstigungen fur deutsche Familien Die Trager hochster Rassenreinheit sollten ein Siedlungsattest erhalten und in noch zu erobernden Randkolonien angesiedelt werden Hitler betonte am Schluss nochmals seine Zielvorstellung Ein Staat der sich im Zeitalter der Rassenvergiftung der Pflege seiner besten rassischen Elemente widmet muss eines Tages zum Herrn der Erde werden Das Gegenbild zu dieser Vision bildete das Weltjudentum das in Hitlers Verschworungstheorie als Urheber aller negativen Zeiterscheinungen etwa des Ersten Weltkriegs der Niederlage darin der Novemberrevolution und der Inflation dargestellt wurde Dabei identifizierte er das Judentum sowohl mit dem Finanzkapital in den USA als auch mit dessen weltpolitischem Gegner dem Bolschewismus Dieser globalen Ubermacht scheinbar widersprechend betonte Hitler jedoch zugleich die absolute Minderwertigkeit und unterlegene Abhangigkeit der Juden von ihren arischen Wirtsvolkern und beschrieb sie als Schmarotzer Parasiten Bazillen Blutegel Spaltpilze Ratten usw In allen seinen Erscheinungsformen strebe das Judentum die Zersetzung Bastardisierung und Blutvergiftung des deutschen Volkes an etwa durch Prostitution Verbreitung von Geschlechtskrankheiten Verfuhrung ahnungsloser arischer Madchen Dieses pornografische Bild zu propagieren wurde Hauptaufgabe des eigens dazu gegrundeten Hetzblattes Der Sturmer des Gauleiters von Franken Julius Streicher Massenvernichtungslager Auschwitz Birkenau Im zweiten Band von Mein Kampf sprach Hitler zuletzt auch die Idee einer stellvertretenden praventiven Judenvernichtung offen aus 21 Hatte man zu Kriegsbeginn und wahrend des Krieges zwolf oder funfzehntausend dieser hebraischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten wie hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und Berufen es im Felde erdulden mussten dann ware das Millionenopfer an der Front nicht vergeblich gewesen Im Gegenteil Zwolftausend Schurken zur rechten Zeit beseitigt hatte vielleicht einer Million ordentlicher fur die Zukunft wertvoller Deutscher das Leben gerettet Diese Aufgabe kunftig zu vollstrecken dazu sah Hitler sich von der Vorsehung so sein Ausdruck fur Gott bestimmt Indem ich mich des Juden erwehre erfulle ich das Werk des Herrn Deshalb spricht der Historiker Saul Friedlander im Blick auf die nationalsozialistische Bewegung und ihre unmittelbaren Vorlaufer von einem besonderen uber traditionelle christliche aber auch volkische und sozialdarwinistische Judenfeindschaft hinausgehenden Erlosungsantisemitismus 22 Fuhrerkult und Fuhrerstaat Eger empfangt Hitler Sudetendeutschland Oktober 1938 In allen Staaten Europas gab es seit Beginn des 20 Jahrhunderts starke Tendenzen zu autoritaren antidemokratischen Politikkonzepten deren Akzeptanz sich nach 1918 auch aus Enttauschung uber die pluralistische Demokratie und Massenelend speiste Als Fuhrerkult liess sich schon die Verehrung des Herrschers in einer Monarchie begrundet etwa mit der Idee des Gottesgnadentums auffassen Der Erste Weltkrieg enttauschte das Bild vom Heldenkaiser verstarkte bei Nationalisten aber noch die Sehnsucht nach dem heldischen Fuhrer Zu einem parteipolitischen Konzept machte dies der aufstrebende Faschismus zuerst mit dem Duce Benito Mussolini in Italien dann dem Caudillo General Franco in Spanien aber auch im Kult um Vaterchen Stalin in der Sowjetunion Anders als in Italien begann der Personenkult um den Fuhrer schon zehn Jahre vor der Machtergreifung nach dem Hitlerputsch von 1923 aus dessen Scheitern Hitler folgerte dass die NSDAP eine straff gefuhrte Fuhrerpartei sein musse und er selbst zu Deutschlands Rettung bestimmt sei Dem kam die Erwartung der Parteibasis an ihn entgegen Der deutsche Fuhrerkult ging also mit der Entwicklung der NSDAP zur Massenpartei einher und diente ihrer Integration Schlagkraft und Ausdehnung Er wurde 1933 auch nicht wie in Spanien oder Russland einer bestehenden zentralisierten Militardiktatur zu deren Absicherung aufgepfropft sondern zum Organisationsprinzip eines durch ersatzlose Gleichschaltung aller bestehenden Verwaltungs und Regierungsinstitutionen geschaffenen Fuhrerstaates Nach dem Tode des Reichsprasidenten von Hindenburg wurde Hitler am 2 August 1934 als Fuhrer und Reichskanzler auch Oberster Befehlshaber der Wehrmacht seit 1938 trat auch das Regierungskabinett nicht mehr zusammen Anders als in der Sowjetunion die nach Stalins Tod 1953 noch bis 1991 fortbestand untergrub das Prinzip der charismatischen Fuhrerpersonlichkeit Max Weber die die rivalisierenden Krafte in Staat und Partei durch ihren Willen lenkte und orientierte das selbstandige Funktionieren der Burokratie in Deutschland Der lange Zeit mit Fuhrererlassen und verordnungen direkt regierte Staat konnte Kriegsniederlage und Tod Hitlers demzufolge nur sehr kurz uberdauern Nach Ian Kershaw stand und fiel der deutsche NS Staat mit der Person des Fuhrers 23 Auch das Vichy Regime 1940 1944 im Suden Frankreichs war ein Fuhrerstaat sein Fuhrer war Philippe Petain Weitere Merkmale und Entwicklungen der NS Ideologie Lichtdom Inszenierung am Reichsparteitag 1936 Weitere Hauptmerkmale des Nationalsozialismus waren die zentrale Rolle von NS Propaganda und Massen Inszenierungen als Mittel zur Herrschaft und ihrer Sicherung nach innen und aussen Totalitarismus Zerschlagung der Demokratie Einparteienherrschaft Aufhebung der Gewaltenteilung Instrumentalisierung aller politischen Kontrollinstanzen und Medien weitreichende Vollmachten fur Geheimdienste und Denunzianten Polizeistaat Militarismus und Imperialismus Schon wahrend des Aufstiegs der NSDAP wurden Waffenlager eingerichtet bewaffnete Schlagerbanden ausgebildet die Strassengewalt ausubten um politische Gegner einzuschuchtern In den Jahren der Weimarer Republik konzentrierte sich die nationalsozialistische Propaganda zunachst auf den Vertragsrevisionismus also die Forderung nach Wiederaneignung der infolge der deutschen Kriegsniederlage verlorenen Gebiete und damit nach Aufhebung oder Bruch des Versailler Vertrags Dieser wurde als Schmach von Versailles oder Versailler Schanddiktat diffamiert Von 1933 an wurde Aufrustung betrieben zunachst geheim dann offen und die vertraglichen Bindungen an Volkerbund und Volkerrecht erst unterlaufen dann gebrochen Sobald die Wehrmacht stark genug sein wurde plante Hitler gezielte Angriffskriege zur Wiederherstellung und Erweiterung eines auf militarische Machtentfaltung gebauten Grossdeutschlands Dabei sollte ein Land nach dem anderen isoliert und einzeln niedergekampft werden Das Endziel war nach Meinung der meisten Historiker die Eroberung des kontinentalen Festlands der Sowjetunion bis zur Linie Archangelsk Uralgebirge Kaukasus sowie die Besiedelung dieser Gebiete durch die Deutschen andere Forscher glauben Belege dafur zu haben dass Hitler die utopische Weltherrschaft anstrebte Die Herrschaft uber die besetzten Gebiete sollte durch Vertreibung unerwunschter Bevolkerungsgruppen gestarkt werden Die Blut und Boden Ideologie die Verherrlichung des Bauernstandes des Nahrstands Manche Nationalsozialisten lehnten die Verstadterung und die zunehmende Industrialisierung ab und sehnten sich nostalgisch nach einem Land das wie eh und je von Bauern bestellt wurde Auch Heinrich Himmler hatte solche Gedanken als er vorschlug die eroberten Gebiete der Sowjetunion mit Bauern zu besiedeln die zugleich Soldaten Wehrbauern sein sollten Russen Ukrainer und Polen sollten die Landarbeiter das Hauspersonal die Bauarbeiter oder die Hilfsarbeiter stellen Hungerplan Ausgehungerte sowjetische Kriegsgefangene im KZ Mauthausen Die Propagierung der Herrenrasse bzw des Herrenvolkes das das Recht habe andere minderwertige Volker zu unterdrucken zu vertreiben oder zu vernichten Mannerherrschaft und Mannlichkeitskult also Propagierung von Werten wie Tapferkeit und soldatischer Harte Weibliche Werte werden bei Mannern als Feigheit Krankheit und Zersetzung der Wehrkraft denunziert Verschworungstheorie Die wahnhafte Idee das internationale Judentum hatte sich verschworen um die Weltherrschaft zu erringen wird von verschiedenen Historikern 24 als Kern des Nationalsozialismus angesehen Diese Verschworungstheorie tritt bereits in einem 1924 von Dietrich Eckart veroffentlichten Gesprach mit Hitler zu Tage in dem eine ungebrochene Kontinuitat der angeblichen judischen Machenschaften vom zweiten vorchristlichen Jahrtausend an behauptet wird 25 In der Bildsprache der nationalsozialistischen Propaganda etwa in den Wahlplakaten vor 1933 oder in den Karikaturen des Sturmers wurde der Jude regelmassig in verschworungstheoretischen Metaphern wie dem Drahtzieher hinter den Kulissen des Weltgeschehens oder der weltumspannenden Krake oder Spinne dargestellt Und wahrend des Kriegs gegen die Sowjetunion begrundete die Wehrmacht die Umsetzung der verbrecherischen Befehle wie des Kommissarbefehls oder des Kriegsgerichtsbarkeitserlasses verschworungstheoretisch mit der These vom judischen Bolschewismus Hinter dem Sowjetsystem stehe in Wahrheit das Judentum So wies General von Manstein am 20 November 1941 seine Truppen an Verstandnis aufzubringen fur die harte Suhne am Judentum Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rucken und den noch kampfenden Resten der Roten Armee und der Roten Fuhrung Das judisch bolschewistische System muss ein fur allemal ausgerottet werden 26 Kapitalismus und AntikapitalismusIm Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung uber den Charakter der nationalsozialistischen Wirtschaftsideologie steht seit jeher die Frage ob der Nationalsozialismus kapitalistisch oder sozialistisch gewesen sei 27 Der deutsche Soziologe Max Horkheimer vertrat 1939 noch vor Kriegsbeginn die Position Wer vom Kapitalismus nicht reden will soll vom Faschismus schweigen 28 Der marxistische Historiker Manfred Weissbecker bezeichnet in einem 2011 erschienenen Buch den Namen NSDAP als reine Demagogie da die Partei in Wahrheit weder national noch sozialistisch gewesen sei sondern faschistisch 29 Dagegen attestierte der osterreichisch amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Ludwig von Mises dem faschistischen Wirtschaftsprogramm 1927 antiliberal und interventionistisch zu sein wenn auch nicht so weitgehend wie der Bolschewismus 30 Die wirtschaftspolitische Ausrichtung des Nationalsozialismus wird auf verschiedenen Ebenen untersucht als Frage nach den Finanzquellen der NSDAP und den Kreisen die Hitler an die Macht brachten als Frage nach der Bedeutung antikapitalistischer Elemente fur die Ideologie der Nationalsozialisten als Frage nach der tatsachlichen Wirtschaftspolitik des NS Regimes 1933 1945 Finanzquellen der NSDAP Hauptartikel Grossindustrie und Aufstieg der NSDAP Marxisten sehen die Spendenpraxis deutscher Industrieller wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf und die Industrielleneingabe vom November 1932 die Reichsprasident Paul von Hindenburg aufforderte Hitler zum Reichskanzler zu ernennen meist als Belege fur die Verantwortung der Grossindustrie fur die Machtubergabe an Hitler Der DDR Historiker Eberhard Czichon etwa meinte deshalb dass eine Nazi Gruppe deutscher Industrieller Bankiers und Grossagrarier Hitlers Kanzlerschaft gewollt und organisiert habe 31 Sein westdeutscher Kollege Reinhard Neebe betonte dagegen dass die meisten deutschen Unternehmer und ihr Dachverband der Reichsverband der Deutschen Industrie nicht Hitler sondern die Vorgangerregierungen von Heinrich Bruning Franz von Papen und Kurt von Schleicher unterstutzten 32 Diese Sicht untermauerte der US amerikanische Historiker Henry Ashby Turner mit Untersuchungen wonach die NSDAP ihre Finanzmittel nicht vorwiegend aus Industriespenden sondern aus Mitgliedsbeitragen und Eintrittsgeldern bezog Die Grossindustrie habe ihr immer deutlich weniger Geld zukommen lassen als ihren Konkurrenten DNVP DVP und Zentrum Sie habe sich damit auch nur fur den unerwunschten Fall einer NS Machtergreifung absichern wollen 33 Die Grossunternehmer gelten daher heute kaum noch als Hauptverursacher des Aufstiegs der Nationalsozialisten und der Machtubernahme Hitlers 1932 1934 Antikapitalismus in der NS Ideologie In der Ideologie der Nationalsozialisten gab es antikapitalistische Elemente die meist antisemitisch ausgepragt waren Umstritten ist wie diese Elemente im Rahmen der NS Propaganda einzuordnen sind insbesondere nach Ausschaltung des Strasser Flugels innerhalb der NSDAP Das 25 Punkte Programm der Partei von 1920 das Hitler bis 1926 fur unabanderlich erklarte enthielt mehrere antikapitalistische Forderungen wie Brechung der Zinsknechtschaft Verstaatlichung von Trusts und Gewinnbeteiligung an Grossbetrieben Anfangs verwendeten fuhrende Nationalsozialisten wie Joseph Goebbels Gregor Strasser und sein Bruder Otto der mit seiner Anhangerschaft die Partei bereits 1930 verliess regelmassig sozialistische Versatzstucke in ihren Reden Hitler selbst hatte sich klar zum Privateigentum bekannt in der nationalsozialistischen Praxis kam es jedoch zu zahlreichen Enteignungen von Privateigentum so z B im Zuge der sogenannten Arisierung Hauptsachlich betroffen von Enteignung waren Juden aber auch nichtjudische Emigranten und politisch Missliebige Albrecht Ritschl verweist auf die schrittweise Ausschaltung des sozialistischen Parteiflugels zwischen 1930 und 1934 und deutet die antikapitalistischen Tone als verkappten Antisemitismus 34 Die enge Verbindung von Antikapitalismus und Antisemitismus in der nationalsozialistischen Propaganda zeigt sich etwa in dem Antrag den der Vorsitzende der NSDAP Fraktion im Reichstag am 18 Oktober 1930 stellte Darin forderte er die Enteignung des gesamten Vermogens der Bank und Borsenfursten der seit 1 August 1914 zugezogenen Ostjuden und sonstigen Fremdstammigen zum Wohl der Allgemeinheit des deutschen Volkes 35 1931 auf dem Hohepunkt der Weltwirtschaftskrise forderte die NSDAP staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme um die Arbeiterschaft als NSDAP Wahler anzuwerben Im Mai 1933 zerschlug das NS Regime die organisierte Arbeiterbewegung in Form der Linksparteien und der Gewerkschaften Die NSDAP betrachtete marxistische und kommunistische Gruppen innenpolitisch als Hauptgegner so wie aussenpolitisch der Bolschewismus der Hauptfeind war Die Alternative der nationale Sozialismus wurde als Volksgemeinschaft definiert Diese wurde als Einheit von Volk und Staat unter der einheitlichen NS Ideologie und einem starken Staat gelenkt von einem Fuhrer verstanden Die Einordnung aller Staatsburger in die Arbeitspflicht und die rassisch definierten nationalen Interessen liessen offen ob dazu die Produktionsverhaltnisse umgesturzt werden sollten Dieses Stichwort fehlte im 25 Punkte Programm Als Gegenkonzept zur Leitidee der internationalen klassenlosen Gesellschaft im Marxismus aber auch zur individuelle Freiheiten schutzenden pluralen und parlamentarischen Sozialdemokratie gedacht unterschied es die NSDAP von den damaligen Programmen aller sozialistischen Parteien Verhaltnis zu Privateigentum und Konkurrenzprinzip Der in die USA emigrierte Politologe Franz L Neumann konstatierte in seinem Buch zur Struktur und Praxis des Nationalsozialismus Behemoth von 1942 1944 dass der nationalsozialistische Herrschaftsapparat sich nicht von der Basis der privatkapitalistischen Produktionsweise gelost sondern einen totalitaren Monopolkapitalismus hervorgebracht habe 36 Der marxistische Historiker Dietrich Eichholtz glaubte es sei fur den NS Staat unmoglich gewesen in die Eigentumsstruktur einzugreifen Als Beispiel fuhrt er die Verstaatlichungsplane der Elektrizitatswirtschaft von Albert Speer an Speer erhielt am 6 Mai 1942 wie Henry Picker nach einem gemeinsamen Tischgesprach notierte fur seinen Plan das Elektrizitatswesen in einem Reichsunternehmen wie etwa der Reichsbahn zusammenzufassen zunachst Hitlers Zustimmung Am 26 Juli 1942 habe sich Hitler dann plotzlich gegen einen Staatssozialismus mit zentralistischer Tendenz in der Energiewirtschaft gewandt und seine Zustimmung verweigert 37 Hitlers Bekenntnis zum Privateigentum erfolgte 1919 privat 38 und 1926 im Hamburger Nationalklub offentlich 39 Der Berliner Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl macht aber auf Ausserungen Hitlers aufmerksam die er im Marz 1942 im Kreise seiner Adjutanten machte das heisst ohne Zwang seine wahren Ansichten zu kaschieren Hitler wandte sich hier grundsatzlich gegen anonymen Privatbesitz der Aktie Ohne selbst etwas dazu zu tun erhalte der Aktionar mehr Dividende wenn die Arbeiter der Aktiengesellschaft fleissig statt faul seien oder wenn ein genialer Ingenieur an der Spitze des Betriebs stehe 38 Demnach ware die haufige Ablehnung eines raffenden im Gegensatz zum lobenswerten schaffenden Kapitalismus von ihm ernst gemeint gewesen Am 26 Juni 1944 wiederum forderten Hitler und Albert Speer in Reden vor wichtigen Personen aus der Rustungswirtschaft darunter u a Walter Rohland auf dem Obersalzberg Selbstverantwortung und kundigten fur die Zeit nach dem Siege eine grosste Epoche fur die private Initiative der deutschen Wirtschaft an 40 Der ehemalige NSDAP Politiker und konservativ burgerliche Faschismustheoretiker Hermann Rauschning attestierte Hitler in Wirtschaftsfragen eine rein realpolitische Haltung die sich von allen Doktrinen frei zu machen versuchte 41 Nach Rauschning ordnete Hitler die Wirtschaft ubergeordneten politischen Zielen konsequent unter verfolgte auf diesem Gebiet also keine prinzipiellen Ordnungsvorstellungen sondern nur flexibel anpassbare Ziele Henry A Turner kommt zu dem Schluss dass Hitler das liberale Konkurrenzprinzip und das Privateigentum bejaht habe wenn auch nur weil er sie in entstellter Weise in seine sozialdarwinistische Sicht des Wirtschaftslebens einbauen konnte 42 Avraham Barkai widerspricht dieser These und sieht einen extremen Antiliberalismus Hitlers und eine grundsatzliche Ablehnung des Laissez faire Prinzips 43 Ein von Turner unvollstandig wiedergegebenes Belegzitat in den Folgesatzen weise auf eine mit dem liberalen Konkurrenzprinzip unvereinbare Haltung hin 44 Der von Turner unter anderem als Beleg angefuhrte Hermann Rauschning wurde 1984 in seiner Glaubwurdigkeit als Zeitzeuge so stark erschuttert 45 dass Kershaw erklarte die Gesprache mit Hitler seien ein Werk dem man heute so wenig Authentizitat zumisst dass man es besser ganz ausser acht lasst 46 Laut Jorn Axel Kammerer lehnte Hitler die Privatisierungsbestrebungen der zwanziger Jahre ab und befurwortete vielmehr die Verstaatlichung der grossen Aktiengesellschaften der Energiewirtschaft und anderer Wirtschaftszweige Zwar seien Verstaatlichungen bestehender Industriebetriebe nicht umgesetzt worden jedoch seien reichseigene Unternehmen z B Reichswerke Hermann Goring gegrundet worden Diese Unternehmensgrundungen sowie Weichenstellungen der Nationalsozialisten im Wirtschaftsrecht wirkten zum Teil bis heute nach 47 Verhaltnis zum Ordoliberalismus Fur den Wirtschaftswissenschaftler Ralf Ptak deuten die vielfaltigen Publikationsmoglichkeiten ordoliberaler Autoren in diesem Zeitraum auf eine nationalsozialistische Duldung gegenuber dem ordoliberalen Projekt hin 48 Der Wirtschaftswissenschaftler Nils Goldschmidt widerspricht Ptaks Schlussfolgerung und fuhrt die Schrift Nationalokonomie wozu 1938 von Walter Eucken als Beispiel fur ein Publikationsverbot an Ferner weist Goldschmidt auf ordoliberalen Widerstand gegen den Nationalsozialismus wie etwa durch die Freiburger Kreise hin 49 Hauke Janssen schreibt dass vor allem die Freiburger Widerstand gegen die interventionistischen und zentralverwaltungswirtschaftlichen Tendenzen im Nationalsozialismus geleistet hatten 50 Egalitare Prinzipien und Verhaltnis zum Sozialismus Friedrich August von Hayek hebt hervor dass sich Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus in diktatorischen und antiliberalen Grundzugen ahnelten 51 Fur Hayek weisen Sozialismus und Nationalsozialismus die gleichen totalitaren Tendenzen auf um ihre durchaus unterschiedlichen Ziele zu verfolgen Beide seien da sie sich des Mittels zentraler Planung bedienten Varianten des Kollektivismus dessen Eigendynamik zur Zerstorung von Wohlstand Demokratie und Rechtsstaat fuhre 52 Rainer Zitelmann versteht Hitler als Revolutionar dem die Verbesserung der Aufstiegschancen der Arbeiter soweit sie seinen Rassevorstellungen entsprachen ein ehrliches Anliegen gewesen sei Dabei sei es ihm nicht um die Ermoglichung der bestmoglichen Entfaltung des Individuums sondern um die Optimierung des Nutzens fur die deutsche Volksgemeinschaft gegangen 53 Gegenuber der Wirtschaft habe er einen Primat der Politik angestrebt der auf eine Revolutionierung des Verhaltnisses von Politik und Okonomie hinausgelaufen sei Das kapitalistische Wirtschaftssystem habe Hitler durch eine gemischte Wirtschaftsordnung ersetzen wollen in welcher markt und planwirtschaftliche Elemente zu einer neuen Synthese vereint waren Die vom Nationalsozialismus ausgeloste soziale Revolution sei durchaus ernst zu nehmen Gegen diese These wandten Wolfgang Wippermann und Michael Burleigh indirekt ein dass sie den rassistischen und damit reaktionaren Charakter des NS Regimes uber Gebuhr herunterspiele 54 Laut Joachim Fest ist die Diskussion uber den politischen Standort des Nationalsozialismus nie grundlich gefuhrt worden Stattdessen habe man zahlreiche Versuche unternommen jede Verwandtschaft von Hitlerbewegung und Sozialismus zu bestreiten Zwar habe Hitler keine Produktionsmittel verstaatlicht aber nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen die soziale Gleichschaltung vorangetrieben 55 Auch nach Ansicht von Gotz Aly versuchte das NS Regime das er als Gefalligkeitsdiktatur bezeichnet durch soziale Fursorge egalitare Prinzipien zu verwirklichen 56 Das Programm der NSDAP stutze sich auf zwei mit dem Antisemitismus kombinierbare Gleichheitsideen Einer der Grundgedanken war der der ethnischen Homogenitat zum anderen versprachen sie als nationale Sozialisten mehr soziale Gleichheit Neuere Arbeiten identifizieren vor allem den Reichsarbeitsdienst die Hitlerjugend und das Militar als Bereiche in denen tatsachlich versucht wurde dieses Versprechen in die Tat umzusetzen 57 Dieser egalitare Anspruch bezog sich im Unterschied zum Marxismus aber nicht auf die gesamte Bevolkerung sondern beschrankte sich auf das ethnisch definierte Grosskollektiv deutsches Volk 58 Wirtschaftspolitik des NS Regimes Hauptartikel Wirtschaft im Nationalsozialismus Umstritten ist inwieweit die wirtschaftspolitischen praktischen Massnahmen des NS Regimes einem nationalsozialistischen wirtschaftspolitischen Leitbild entsprachen oder einfach den pragmatischen Anforderungen der Aufrustungs und Kriegspolitik des Regimes geschuldet waren vgl auch Kriegswirtschaft 59 Nach Willi Albers griffen aufgrund der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg und dem Scheitern einer zu Anfang des Zweiten Weltkriegs in einzelnen Landern versuchten liberalen Kriegswirtschaftspolitik alle am Zweiten Weltkrieg beteiligten Staaten zu dirigistischen Massnahmen 60 Markus Albert Diehl weist darauf hin dass schon zur Zeit der Weimarer Republik angesichts massiver okonomischer Probleme zu staatsdirigistischen Massnahmen gegriffen wurde z B wurden Devisen bewirtschaftet 61 Insgesamt sind die Befunde angesichts der von 1933 bis 1945 tatsachlich praktizierten Wirtschaftspolitik widerspruchlich Auf der einen Seite spricht die Reprivatisierung der in der Bankenkrise 1931 de facto verstaatlichten Grossbanken fur eine prokapitalistische Haltung der Regierung Auf der anderen Seite liessen u a nach Avraham Barkai Timothy Mason und Dietmar Petzina die dirigistischen Eingriffe in die Wirtschaft unter Hjalmar Schachts Neuem Plan 1934 unter dem Vierjahresplan 1936 und vollends die Kriegswirtschaft unter Rustungsminister Albert Speer ab 1942 vom freien Unternehmertum wenig ubrig Gemass dem Wirtschaftsziel Autarkie wurde die freie Marktwirtschaft in der Landwirtschaft 1933 mit dem Reichsnahrstand praktisch abgeschafft wobei in den 30er Jahren auch in anderen europaischen Staaten in der Landwirtschaft planwirtschaftliche Politik sich ausweitete 62 Im Zeichen der Aufrustung der Wehrmacht wurde fur zahlreiche Produkte der Preismechanismus durch Rationierung ersetzt Dies betraf beispielsweise Stahl Devisen Kapitalverkehr und den Arbeitsmarkt 63 Der Historiker Klaus Hildebrand fasst den Stand der Forschung in Oldenbourg Grundriss der Geschichte so zusammen Zwar blieben die Betriebe in privaten Handen der Unternehmer ohne Zweifel stiegen auch die finanziellen Ertrage aus der Rustungskonjunktur Doch wurde das fur eine kapitalistische Wirtschaft verbindliche Prinzip der Zweck Mittel Rationalitat im Banne der Rustungsanforderungen und des Autarkieprinzips auf Befehl Hermann Gorings mehr und mehr ausser Kraft gesetzt 64 Nach Adam Tooze hatten die grossen Banken nie weniger Einfluss in der deutschen Geschichte als zwischen 1933 und 1945 der Einfluss der Grossindustrie big business wurde schon in der Weltwirtschaftskrise 1929 gegenuber dem Staat geschwacht erst recht im Nationalsozialismus trotzdem verblieb der Privatindustrie eine Machtgrundlage weil das nationalsozialistische Regime fur seine Ziele insbesondere Kriegsrustung auf sie angewiesen blieb 65 Dietmar Petzina formuliert Das NS System entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung zu den ordnungspolitischen Kategorien Zentralverwaltungswirtschaft und Marktwirtschaft Die Wirtschaftsordnung wandelte sich von einer korporatistischen Wirtschaft hin zu einer staatlichen Kommandowirtschaft in der das unternehmerische Gewinnprinzip zwar nicht ausgeschaltet die wesentlichen Verfugungsrechte jedoch nachhaltig eingeschrankt waren Nach Adam Tooze wurde auslandisches Kapital in Deutschland z B Opel Ford Anteile an IG Farben nicht enteignet Ein Kapitalabzug war aber wegen der Kapitalverkehrskontrollen nur mit grossen Verlusten moglich sodass auslandisches Kapital seine Gewinne notgedrungen in Deutschland wieder investierte 66 Gerold Ambrosius stellt fest Bis zum Kriegsbeginn war der Grundstein fur den Ubergang zu einer zentralen Planung und Lenkung gelegt 67 Gestutzt wird diese These von aktuellen ordnungstheoretischen Untersuchungen Michael von Prollius beschreibt das NS Wirtschaftssystem als Ergebnis unablassiger Neu und Umorganisation und zahllosen Lenkungs und Burokratisierungsmassnahmen 68 fur Markus Albert Diehl entfernte sich die deutsche Wirtschaftsordnung unter der nationalsozialistischen Herrschaft immer weiter vom Idealtyp der Marktwirtschaft und entsprach schliesslich weitgehend dem Idealtyp der Zentralplanwirtschaft 61 Nach Gotz Aly und Susanne Heim trat die propagierte Forderung des Mittelstandes in der Praxis hinter der wirtschaftlichen Rationalisierung zuruck was zu Bankrott und Schliessung zahlreicher mittelstandischer Betriebe fuhrte 69 Ideologisch wurde die Einbindung der Privatwirtschaft in die deutsche Kriegswirtschaft unter Reichsminister fur Bewaffnung und Munition Fritz Todt als Anwendung der Prinzipien Fuhrertum und Unternehmertum dargestellt 70 Planungen fur die Nachkriegszeit waren einerseits verboten andererseits so der Historiker Bernhard Loffler beauftragte die Reichsgruppe Industrie 1943 Ludwig Erhard mit wirtschaftspolitischen Planungen fur die Zeit nach dem absehbar verlorenen Krieg Diese waren an einem marktwirtschaftlichen Konzept ausgerichtet und standen damit im Gegensatz zum NS System Industrie und staatliche Stellen wie das Reichswirtschaftsministerium und das von Hans Kehrl geleitete Planungsamt im Reichsministerium fur Bewaffnung und Munition planten den Ubergang von der Kriegs und Lenkungswirtschaft zur Friedens und Marktwirtschaft behutsam durchzufuhren Im Reichswirtschaftsministerium hielt Otto Ohlendorf seine schutzende Hand uber die marktwirtschaftliche Nachkriegsplanung und zeigte sich gegenuber der Neugestaltung einer liberaleren unternehmensfreundlichen Marktordnung bei allen tiefgehenden weltanschaulichen Unterschieden erstaunlich aufgeschlossen 71 An die Stelle des burokratischen Lenkungsapparates musse im Frieden ein aktives und wagemutiges Unternehmertum treten so Ohlendorf Ohlendorf selbst wurde von Himmler geschutzt der die seiner Auffassung nach total bolschewistische Wirtschaftslenkung Speers ablehnte 72 Das Verhaltnis zu den Gewerkschaften Im Fruhjahr 1933 ordnete Adolf Hitler den 1 Mai als gesetzlichen Feiertag mit dem Namen Tag der deutschen Arbeit an Damit wurde eine Gewerkschaftsforderung ausgerechnet von der Regierung erfullt die von den Gewerkschaften strikt abgelehnt wurde Die Gewerkschaften riefen zur Teilnahme an den Maiveranstaltungen auf da sie sich als Initiatoren des Maigedankens fuhlten Das offizielle Programm war schon stark durch die Nationalsozialisten gepragt 6 Uhr Wecken durch die SA Kapellen 8 Uhr Flaggenhissung in den Betrieben Abmarsch zum Exerzierplatz 9 Uhr Ubertragung der Kundgebung von dem Lustgarten in Berlin auf die offentlichen Platze der Stadte 10 45 Uhr Staatsakt der Hessischen Regierung Empfang einer Arbeiterdelegation aus den drei Hessischen Provinzen Gemeinsamer Gesang des Liedes der Arbeiter 7 30 Uhr Ubertragung von dem Tempelhofer Feld Berlin Manifest des Reichskanzlers Adolf Hitler Das erste Jahr des Vierjahresplanes Anschliessend Unterhaltungsmusik und Deutscher Tanz 12 Uhr Ubertragung der Rede des Ministerprasidenten Hermann Goring Ehemals marxistische Gesang Turn und Sportvereine konnen an den Zugen teilnehmen jedoch ist die Mitfuhrung marxistischer Fahnen oder Symbole zu unterlassen Das bose Erwachen fur die Gewerkschaften kam einen Tag spater als die NSDAP die Fuhrung der roten Gewerkschaften ubernahm Die seitherigen marxistischen Fuhrer in Schutzhaft Ein 3 Millionen Konto des fruheren Reichstagsprasidenten Lobe gesperrt Die Rechte der Arbeiter gesichert Die Gebaude der Freien Gewerkschaften besetzt titelten die bereits im ganzen Reich gleichgeschalteten Zeitungen 73 Verhaltnis zur Religion Briefmarke von 1943 Die Nationalsozialisten vertraten keine einheitliche Religiositat Einige propagierten als Deutsche Christen DC einen nationalistisch antisemitischen Protestantismus andere einen rassistischen Neopaganismus mit Bezugen zur germanischen Mythologie So verlangte der NS Ideologe Alfred Rosenberg in seinem Hauptwerk Der Mythus des 20 Jahrhunderts eine Ablosung des Christentums durch eine Religion von Blut und Boden Ein besonders scharfer Kritiker des Christentums in der NSDAP war der Reichsfuhrer SS Heinrich Himmler Himmler sah in der Uberwindung des Christentums und in der Wiederbelebung einer germanischen Lebensweise eine zentrale Aufgabe der SS 74 Nationalsozialismus als politische Religion Hauptartikel Faschismus als Politische Religion im Artikel Faschismustheorie Bereits 1938 39 hat der deutsch amerikanische Politologe Eric Voegelin den Nationalsozialismus erstmals systematisch als politische Religion interpretiert 75 Eine wichtige Rolle spielte dabei die zeitgenossische Darstellung Hitlers als unfehlbare nahezu gottgleiche Figur eine Sichtweise die u a durch den Film Triumph des Willens der Regisseurin Leni Riefenstahl propagiert wurde Seit den 1990er Jahren haben Historiker wie Emilio Gentile oder Michael Burleigh diesen Interpretationsansatz aufgegriffen und ausgebaut 76 Diese Interpretation ist in der historischen Forschung allerdings umstritten 77 So argumentiert Hans Gunter Hockerts die Nationalsozialisten hatten zwar eine Art politischer Religion geschaffen um heimatlos gewordene religiose Energie zu binden der Volkermord an den Juden habe jedoch auf ethnisch und eugenisch begrundetem Rassismus beruht Gegen eine Interpretation des Nationalsozialismus als Religion spreche vor allem die Abwesenheit von Transzendenzvorstellungen 78 Verhaltnis zum Christentum Das NSDAP Programm von 1920 bejahte ein Positives Christentum definiert als Freiheit aller religiosen Bekenntnisse im Staat soweit sie nicht dessen Bestand gefahrden oder gegen das Sittlichkeits und Moralgefuhl der germanischen Rasse verstossen Die Formulierung wurde damals als Toleranz und Unparteilichkeit gegenuber den christlichen Konfessionen im Rahmen der Staatsrason und des Gemeinwohls missverstanden und begrusst obwohl Hitler bereits 1925 eine Drohung gegen politische Aktivitat von Christen in anderen Parteien als der NSDAP damit verband Tatsachlich ordnete der Programmpunkt das Christentum dem Rassismus unter und vereinnahmte es fur den Antisemitismus ausgedruckt als Kampf gegen die judisch materialistische Weltauffassung und fur die vom autoritaren Staat gelenkte Volksgemeinschaft ausgedruckt als Gemeinnutz vor Eigennutz Hitler bejahte das Christentum in seinen Regierungserklarungen vom 1 Februar 79 und 23 Marz 1933 nur aus machttaktischen Motiven um die Unterstutzung der Grosskirchen fur den Aufbau des gleichgeschalteten Fuhrerstaats zu erhalten und weil er an einem Reichskonkordat mit dem Vatikan Interesse hatte das am 20 Juli 1933 tatsachlich geschlossen wurde Die Kirchen haben diese Unterstutzung bereitwillig geleistet und den Widerspruch zur eigenen universalen Lehre erst allmahlich im Kirchenkampf ab 1934 erkannt und ausgesprochen 80 Der Nationalsozialismus verstand seine rassistische Ideologie als vom Fuhrerstaat in allen Gesellschaftsbereichen durchzusetzende Weltanschauung Dieser totalitare Absolutheitsanspruch tendierte auf Konflikte mit anderen Bekenntnissen Einerseits garantierte das NSDAP Programm wie auch Hitler in Mein Kampf den Grosskirchen den Bestandschutz und innerkirchliche Selbstverwaltung andererseits strebte man ihre Begrenzung auf unpolitische Belange und weitreichende Eingriffe in kirchliche Strukturen an So versuchten die DC seit 1933 die Deutsche Evangelische Kirche DEK im Sinne einer konfessionslosen zentral gelenkten Reichskirche zu vereinheitlichen und ideologisch dem Nationalsozialismus anzugleichen Das Alte Testament wiesen sie als Verjudung des Christentums zuruck und versuchten es abzuschaffen Als dieser Versuch im Kirchenkampf scheiterte wandte sich das NS Regime von den DC ab Hitler gewahrte dem Vatikan und den deutschen Bischofen 1933 im Reichskonkordat die Freiheit des Bekenntnisses Konfessionsschulen und Universitaten solange die romisch katholische Kirche dafur auf jegliche politische Aktivitat verzichte Die katholische Zentrumspartei loste sich am 5 Juli 1933 auf nachdem sie dem Ermachtigungsgesetz zugestimmt und so Hitlers Diktatur die notwendige verfassungsandernde Mehrheit mit verschafft hatte Als die Kirchen ab 1940 einigen Massenmorden des NS Regimes widersprachen starkte Hitler die kirchenfeindlichen Krafte in der NSDAP und erlaubte ihnen in eroberten Gebieten wie dem Warthegau die Kirchen zu entmachten indem diese von Korperschaften offentlichen Rechts zu blossen Religionsvereinen herabgestuft wurden Anders als die DC glaubte Hitler nicht dass sich die judische Wurzel des Christentums kappen und dieses vollstandig entjuden lasse Hitler unterstutzte daher intern die Kritiker des Christentums in der NSDAP Er ausserte diesen Standpunkt aber bewusst nie offentlich weil er befurchtete seinen Ruckhalt in der Bevolkerung zu verlieren 81 Eine langfristige Beseitigung des Christentums kann daher als politisches Fernziel des Nationalsozialismus angenommen werden Gottglaubigkeit Hauptartikel Gottglaubig 1936 initiierten die Nationalsozialisten eine Kirchenaustrittsbewegung Zwischen 1937 und 1939 verlor die evangelische Kirche mehr als eine Million Mitglieder Auch die katholische Kirche wurde in dieser Zeit durch zahlreiche Austritte geschwacht 82 Ideologisch begleitet wurde die Austrittsbewegung durch Schriften des Parteiideologen Alfred Rosenberg insbesondere durch seinen Mythus des 20 Jahrhunderts 83 sowie durch Veroffentlichungen Erich Ludendorffs und seiner Ehefrau Mathilde Der Ausdruck gottglaubig gedacht als positiver Gegensatz zu unglaubig sollte echt religiose oder nur scheinbar religiose konfessionell ungebundene Personen mit ideologischer Nahe zum Nationalsozialismus positiv kennzeichnen 84 Gottglaubig war gemass Philosophischem Worterbuch von 1943 definiert als amtliche Bezeichnung fur diejenigen die sich zu einer artgemassen Frommigkeit und Sittlichkeit bekennen ohne konfessionell kirchlich gebunden zu sein andererseits aber Religions und Gottlosigkeit verwerfen 85 Die Einfuhrung des Begriffs fur alle kirchlich nicht gebundenen aber nicht glaubenslosen Volksgenossen wird als der Versuch gesehen eine religiose Identifikationsformel fur Funktionare und Mitglieder der NSDAP sowie der Deutschglaubigen Bewegung jenseits der Kirchen und sonstigen Glaubensgemeinschaften zu schaffen 86 Da sowohl die Zugehorigkeit zu einer Religionsgemeinschaft als auch Freidenkertum im Nationalsozialismus nicht als karrierefordernd galten bot die durch Erlass des Reichsinnenministers vom 26 November 1936 offiziell eingefuhrte Bezeichnung Gottglaubig fur konfessionslose Nationalsozialisten einen Ausweg 87 um so zu dokumentieren dass man durch einen Kirchenaustritt nicht automatisch unglaubig bzw freidenkerisch liberal werde 88 Siehe auch Portal Nationalsozialismus Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Nationalsozialismus Erziehung im Nationalsozialismus Kunst im Nationalsozialismus Musik im Nationalsozialismus Soziologie im Nationalsozialismus Nationalsozialistische EuropaplaneLiteraturGotz Aly Hitlers Volksstaat Raub Rassenkrieg und nationaler Sozialismus Fischer Frankfurt am Main 2005 ISBN 3 10 000420 5 Kurt Bauer Nationalsozialismus Ursprunge Anfange Aufstieg und Fall Bohlau Wien u a 2008 ISBN 978 3 8252 3076 0 Wolfgang Benz Hermann Graml Hermann Weiss Hrsg 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Nationalsozialismus Das Programm der NSDAPGrundinformationen Bundeszentrale fur politische Bildung Heft 251 Nationalsozialismus I Memento vom 19 Juli 2012 im Internet Archive Heft 266 Nationalsozialismus II Memento vom 9 September 2011 im Internet Archive Dossier Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg politische bildung de Nationalsozialismus Deutsches Historisches Museum Nationalsozialismus Paul Celan Projekt Der Nationalsozialismus netz gegen nazis com Bucher zum Download Imre Kertesz Roman eines Schicksallosen Rowohlt 2002 Hilde Kammer Elisabet Bartsch Jugendlexikon des Nationalsozialismus Rowohlt 2007 Toralf Staud Moderne Nazis Kiepenheuer amp Witsch 2005 Historische Debatte Interview mit dem Historiker Overy zum Thema Zusammenfassung Rezension zu Wolfgang Wippermann Europaischer Faschismus im Vergleich 1922 1982Materialien Historisches Zentrum Zeitgeschichte Online Katalog mit weiterfuhrenden auch didaktischen Ressourcen zum NationalsozialismusOpfer Dokumentationszentrum des 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Sovietism as at least the lesser evil Eberhard Czichon Wer verhalf Hitler zur Macht Koln 1967 S 54 zitiert nach Eberhard Kolb und Dirk Schumann Die Weimarer Republik Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd 16 8 Auflage Oldenbourg Munchen 2013 ISBN 978 3 486 71877 5 S 273 abgerufen uber De Gruyter Online Reinhard Neebe Grossindustrie Staat und NSDAP 1930 1933 Paul Silverberg und der Reichsverband der Deutschen Industrie in der Krise der Weimarer Republik Vandenhoeck amp Ruprecht Gottingen 1981 PDF 6 55 MB Henry Ashby Turner Die Grossunternehmer und der Aufstieg Hitlers Siedler Verlag Berlin 1985 Albrecht Ritschl Zum Verhaltnis von Markt und Staat in Hitlers Weltbild In Uwe Backes Eckhard Jesse Rainer Zitelmann Hrsg Die Schatten der Vergangenheit Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus Propylaen Verlag Frankfurt am Main Berlin 1990 S 254 u o Manfred Overesch Die Weimarer Republik Droste Geschichts Kalendarium Politik Wirtschaft Kultur Chronik deutscher Zeitgeschichte Band 1 Droste Verlag Dusseldorf 1982 S 494 Helmut Dubiel Alfons Sollner Die Nationalsozialismusforschung des Instituts fur Sozialforschung ihre wissenschaftsgeschichtliche Stellung und ihre gegenwartige Bedeutung In Dies Hrsg Wirtschaft Recht und Staat im Nationalsozialismus Analysen des Instituts fur Sozialforschung 1939 1942 Suhrkamp Frankfurt am Main 1981 S 16 ff Dietrich Eichholtz Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft Akademie Verlag Berlin Ost 1985 Band 2 S 325 f Zitate nach Henry Picker Hitlers Tischgesprache im Fuhrerhauptquartier Seewald Stuttgart 1976 S 270 und 461 a b Henry Picker Hitlers Tischgesprache im Fuhrerhauptquartier Ullstein Berlin 1993 ISBN 3 550 07615 0 S 136 Werner Jochmann Im Kampf um die Macht Hitlers Rede vor dem Hamburger Nationalklub von 1919 Europaische Verlagsanstalt Frankfurt am Main 1960 Adam Tooze Okonomie der Zerstorung Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus Aus dem Englischen von Yvonne Badal Bonn 2007 S 727 f Herrmann Rauschning Die 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Original am 5 Oktober 2016 abgerufen am 28 Dezember 2014 Peter Longerich Heinrich Himmler Biographie Munchen 2008 S 274 Eric Voegelin Die politischen Religionen Stockholm 1939 Michael Burleigh Die Zeit des Nationalsozialismus Eine Gesamtdarstellung Frankfurt am Main 2000 Vgl die unterschiedlichen Beitrage in Hans Maier Hrsg Totalitarismus und Politische Religionen Konzepte des Diktaturvergleichs 3 Bde Paderborn 1996 1997 2003 Hans Gunter Hockerts War der Nationalsozialismus eine politische Religion In Klaus Hildebrand Hrsg Zwischen Politik und Religion Studien zur Entstehung Existenz und Wirkung des Totalitarismus Oldenbourg 2003 ISBN 3 486 56748 9 S 45 ff Transkript Friedrich Zipfel Kirchenkampf in Deutschland 1933 1945 Religionsverfolgung und Selbstbehauptung der Kirchen in der nationalsozialistischen Zeit Walter de Gruyter Berlin 1965 ISBN 3 11 000459 3 S 1 4 Michael Gruttner Brandstifter und Biedermanner Deutschland 1933 1939 Klett Cotta Stuttgart 2015 S 392 Vgl die Tabelle 22 in Michael Gruttner Das Dritte Reich 1933 1939 Stuttgart 2014 Handbuch der deutschen Geschichte 19 S 453 Harald Iber Christlicher Glaube oder rassischer Mythus 1987 Eckart Conze Norbert Frei Peter Hayes Moshe Zimmermann Das Amt und die Vergangenheit Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Karl Blessing Verlag Munchen 2010 ISBN 978 3 89667 430 2 S 157 Philosophisches Worterbuch Kroners Taschenausgabe Band 12 1943 S 206 Zitiert in Cornelia Schmitz Berning 2007 S 281 ff Gerhard Krause Horst Robert Balz Theologische Realenzyklopadie Band 8 Hrsg Gerhard Krause Gerhard Muller Walter de Gruyter 1981 ISBN 3 11 008563 1 S 558 Hans Jurgen Becker Neuheidentum und Rechtsgeschichte In Joachim Ruckert Dietmar Willoweit Hrsg Die Deutsche Rechtsgeschichte in der NS Zeit ihre Vorgeschichte und ihre Nachwirkungen Beitrage zur Rechtsgeschichte des 20 Jahrhunderts 12 Mohr Tubingen 1995 ISBN 3 16 146444 3 S 15 Maren Seliger Scheinparlamentarismus im Fuhrerstaat Gemeindevertretung im Austrofaschismus und Nationalsozialismus Funktionen und politische Profile Wiener Rate und Ratsherren 1934 1945 im Vergleich Politik und Zeitgeschichte Bd 6 Lit Verlag Munster 2010 ISBN 978 3 643 50233 9 S 234 Filmografie Pagen in der Traumfabrik Schwarze Komparsen im deutschen Spielfilm In annettevonwangenheim de 15 Juni 2015 abgerufen am 22 Oktober 2019 Normdaten Sachbegriff GND 4041316 0 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Nationalsozialismus amp oldid 212703345, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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