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Neue Heimat ehemaliges deutsches Bau und Wohnungsunternehmen Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Neue Heimat Begriffsklarung aufgefuhrt Die Neue Heimat NH war ein gemeinnutziges deutsches Bau und Wohnungsunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg das dem Deutschen Gewerkschaftsbund DGB gehorte Einschliesslich der Vorganger Unternehmen bestand es von 1926 bis 1990 Logo der Neuen Heimat Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 1 1 Neue Heimat Affare 1 2 Abwicklung 2 Nachwirkung 3 Siehe auch 4 Literatur 5 Ausstellungen 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseGeschichte Bearbeiten Die fruhere Firmenzentrale in der Lubecker Strasse 1 geplant von Ernst May Nach Umbau 2012 Unternehmensstruktur der Neuen Heimat Stand 1976 Das 1955 von Ernst May fur die Neue Heimat errichtete Hochhaus am Habichtsplatz in Hamburg Barmbek Nord ist noch heute ein markanter Blickfang Der Kern der spateren Neuen Heimat bestand in gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen die in den 1920er Jahren zur Versorgung von Arbeitern mit Kleinwohnungen gegrundet worden waren Insbesondere die Gemeinnutzige Kleinwohnungsbaugesellschaft Gross Hamburg GKB von 1926 ubernahm eine Fuhrungsfunktion Der Name entstand in der Zeit des Nationalsozialismus Im Mai 1933 wurden die Gewerkschaften enteignet und ihr Vermogen auf die Deutsche Arbeitsfront DAF ubertragen Diese benannte 1939 die einzelnen Firmen in Neue Heimat um Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Vermogen der DAF durch die Alliierten beschlagnahmt Die Neue Heimat Hamburg wurde 1952 von der britischen Besatzungsmacht dem 1949 wieder gegrundeten DGB ubergeben Heinrich Plett Vorsitzender der Neuen Heimat Hamburg vereinigte im Auftrag des DGB alle gewerkschaftseigenen Bau und Wohnungsgesellschaften in Deutschland bis 1954 und schuf so den Grosskonzern Neue Heimat Als Planungsleiter gewann Plett den Architekten Ernst May Mit May als Planer stieg die Neue Heimat in den Bau von Grosssiedlungen ein Der Wiederaufbau stand vor der Notwendigkeit mindestens funf Millionen neue Wohnungen zu errichten Bis Ende der 1950er Jahre stieg der Wohnungsbestand der Neuen Heimat durch massenhaften Neubau auf uber 100 000 Wohnungen Es entstanden unter anderem die Siedlungen Parkstadt Bogenhausen Munchen die Gartenstadt Farmsen Hamburg Grunhofe Bremerhaven Lubeck St Lorenz und die Neue Vahr Bremen Nach dem Tod Pletts 1963 ubernahm dessen Ziehsohn Albert Vietor die Leitung des Grossunternehmens das bereits uber einen Bestand von 200 000 Wohnungen verfugte Zu den bekanntesten deutschen Neue Heimat Wohnanlagen der folgenden Jahre zahlen Mettenhof Kiel Osterholz Tenever Bremen Konigswiesen Regensburg Lohbrugge Nord und Karlshohe Hamburg Auefeld Kassel Leherheide in Bremerhaven Monheim am Rhein und Ratingen West beide Kreis Mettmann Heidelberg Emmertsgrund Hasenbergl und Neuperlach Munchen Zunehmend gelang es den Kommunen nicht mehr die soziale Infrastruktur wie Schulen Kindergarten im selben Tempo zu errichten wie die Neue Heimat Siedlungen baute 1 Daraufhin baute die Neue Heimat auch diese Einrichtungen Weil diese Tatigkeit nicht mit der Gemeinnutzigkeit des Wohnungsbaus vereinbar war grundete die Neue Heimat 1964 zunachst ein kommerzielles Tochterunternehmen Neue Heimat Kommunal und 1969 die Neue Heimat Stadtebau mit der sie ihr Angebot auch auf Gewerbebauten wie das Elbe Einkaufszentrum und das Kongresszentrum CCH in Hamburg erweiterte Seit 1962 war die Neue Heimat auch im Ausland tatig diese Geschaftsfelder wurden 1971 in der Neue Heimat International gebundelt In den 1970er Jahren stieg die Neue Heimat auch in das Geschaft mit der Altstadtsanierung ein Hameln Stade u a Die Neue Heimat war der fuhrende Baukonzern fur Grossprojekte Als bei den Vorbereitungen der Olympischen Spiele 1972 in Munchen erst 1970 bemerkt wurde dass rund 4000 Unterkunfte fur Journalisten fehlten konnte die Neue Heimat punktlich bis zur Eroffnung die Olympia Pressestadt nach Planen von Architekt Alexander von Branca errichten Mit der Olkrise und dem weitgehenden Abschluss des Grosswohnungsbaus der Nachkriegszeit hatte sich der Konzern wandeln mussen Laut Historiker Peter Kramper war ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen mit einem Konzept aus den Sechzigerjahren unter den Marktbedingungen der Achtziger nicht mehr lebensfahig 1 Stattdessen wurde das kommerzielle Baugeschaft im In und Ausland erweitert Es entstanden unzahlige Projektgesellschaften und Tochterunternehmen deren Struktur nicht mehr uberblickt wurde Neue Heimat Affare Bearbeiten Am 8 Februar 1982 erschien ein Bericht im Spiegel 2 in dem aufgedeckt wurde dass sich mehrere Vorstandsmitglieder unter der Fuhrung von Albert Vietor personlich zum Teil auch direkt an den Mietern bereichert hatten Die Vorstandsmitglieder und andere Fuhrungskrafte hatten uber Strohmanner darunter Ernst Wolbern Grunder des Bankhauses Wolbern eigene Unternehmen gegrundet und sich uberteuerte Auftrage der Neuen Heimat zugeschoben 1 Das Material zur Aufdeckung war dem Spiegel von John Siegfried Mehnert angeboten worden dem als Pressestellenleiter der Neuen Heimat gekundigt worden war 3 Eine Woche spater entliess der Aufsichtsrat unter dem DGB Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter die Beschuldigten Von 1982 bis 1986 war Diether Hoffmann Sprecher der Geschaftsfuhrung der Wohnungsbaugruppe In den weiteren Untersuchungen stellte sich eine erhebliche Verschuldung des Konzerns heraus Der Vorstand hatte Schulden von mehreren hundert Millionen D Mark zu verantworten als Hauptursache galt Missmanagement in Auslandsprojekten 1 Am 7 Dezember 1982 gab der Konzern die Unternehmenszahlen bekannt demnach gab es einen Verlust von 193 Millionen DM bei der Neuen Heimat und 562 Millionen DM bei der Neue Heimat Stadtebau Der Umsatz betrug 1981 rund 6 4 Milliarden DM Am 25 Januar 1983 veroffentlichte der Konzern Auszuge aus einem unabhangigen Gutachten der Wirtschaftsprufergesellschaft Treuarbeit aus dem hervorging dass der ehemalige Vorstandschef Albert Vietor durch Privatgeschafte dem Unternehmen einen Verlust von 105 Millionen DM bereitet hatte Durch Entlassungen und Verkaufe der Wohnungsbestande versuchte sich der Konzern zu sanieren Untersuchungsausschuss Neue Heimat 1987 Am 18 September 1986 versuchte der DGB die Reste des gewerkschaftseigenen Wohnungsbauunternehmens nach mehrwochiger Verhandlung zum symbolischen Preis von einer D Mark an die Firma DNG Vermogensbildung GmbH des Berliner Backerei Unternehmers Horst Schiesser zu verkaufen Die ursprungliche Absichtserklarung sah einen Kaufpreis von 360 Millionen DM vor der bis 2006 gestundet werden sollte Die Verbindlichkeiten der ubernommenen Neuen Heimat betrugen etwa 16 Milliarden D Mark Der Verkauf stiess in der Offentlichkeit auf Unverstandnis Die Presse hielt einen mittelstandischen Unternehmer mit dem milliardenschweren Wohnungsunternehmen fur uberfordert Auch der symbolische Kaufpreis von einer D Mark fur uberschuldete Unternehmen war in der Offentlichkeit damals nicht gelaufig und loste Erstaunen aus Der Sanierungsplan Schiessers wurde von den Banken nicht akzeptiert daher wurde der Vertrag am 12 November 1986 ruckabgewickelt Schiesser erhielt nach langeren Prozessen eine millionenschwere Abfindung die jedoch uberwiegend fur die Bezahlung von Anwalten verloren ging Abwicklung Bearbeiten Von Ernst Hurlimann gestaltete Beschilderung von 1975 in einer Neue Heimat Wohnanlage in Munchen Neuperlach Am 25 November 1986 wurde eine NH Auffanggesellschaft mit der Bestellung von Heinz Sippel zum Treuhander gegrundet Nach dem Verkauf aller Wohnungsbestande legte dieser im September 1990 sein Mandat nieder Die meisten Regionalgesellschaften der Neuen Heimat wurden in dieser Zeit entweder an die Bundeslander zum Beispiel Bremen die GEWOBA Hamburg die GWG Gemeinnutzige Wohnungsgesellschaft Berlin als WIR Wohnungsbaugesellschaft in Berlin mbH danach Gewobag WB Wohnen in Berlin GmbH Hessen die GWH Nordrhein Westfalen LEG Immobilien oder an private Investoren verkauft Baden Wurttemberg und Bayern 5 500 Wohnungen aus dem Bestand der NWGS uberwiegend in NRW ubernahm das Grevener Unternehmen Sahle Wohnen In Schleswig Holstein und Niedersachsen gab es kein Interesse an den dortigen Wohnungsbestanden es kamen andere Verkaufskonzepte zum Zuge In Schleswig Holstein erwarb eine gewerkschaftsnahe Immobilienhandelsgesellschaft die Wohnungsbestande die sie spater en bloc verausserte Infolge der Regionalisierung der NH Bremen ubernahm die Neue Heimat Niedersachsen von dieser und anderen Gesellschaften unter anderem von der Nordwestdeutschen Siedlungsgesellschaft NWDS rund 37 000 Wohnungen Die dadurch entstandenen hohen Belastungen gefahrdeten den Fortbestand der NH Niedersachsen Dieser wurde 1988 unter anderem durch den Verkauf von etwa 8 200 Wohnungen an die von der Gewerkschaftsholding BGAG mitgegrundete ALLWO AG Hannover gesichert Diese verkaufte die Wohnungen nach dem von der BGAG entwickelten Privatisierungskonzept Wohnungen in Mieterhand an Mieter und Kapitalanleger weiter rund die Halfte davon per Strukturvertrieb nach den Methoden des Immobilienbetrugs Am 5 Juni 1998 wurde die Abwicklung der Neuen Heimat durch die Verschmelzung der HVB Hamburger Verwaltungs und Betreuungs Aktiengesellschaft zur BGAG Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften Aktiengesellschaft fruher Beteiligungsgesellschaft fur Gemeinwirtschaft AG abgeschlossen Die seinerzeit als BauBeCon Gruppe firmierende ehemalige Regionalgesellschaft Neue Heimat Niedersachsen blieb bis Herbst 2005 in Gewerkschaftsbesitz als sie an die Cerberus Capital Management verkauft wurde Dies war Folge der Finanzprobleme bei der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden AHBR in deren Folge die Gewerkschaften ihren Anteil an der Bank im selben Jahr an den US Finanzinvestor Lone Star verkauften Nachwirkung BearbeitenNeue Heimat wurde zu einem negativ besetzten Begriff fur den heute nicht mehr akzeptierten Grosssiedlungsbau in Form von Trabantenstadten der 1960er und 1970er Jahre Schlagworte Urbanitat durch Dichte Charta von Athen Dabei ist zu berucksichtigen dass zunachst die erhebliche Wohnungsnot der Nachkriegszeit durch intensive Bebauung behoben werden musste Im massiv ausgebombten Land suchten zusatzlich auch bis zu 14 Millionen Fluchtlinge und Vertriebene ein Dach uber dem Kopf Durch die Bereicherung mehrerer Vorstande geriet die unternehmerische Betatigung der Gewerkschaften insgesamt in die Kritik Weiter schadete die Affare der ihr nahestehenden SPD Massgeblich dafur war auch der Untersuchungsausschuss Neue Heimat des Bundestages der 1986 eingesetzt wurde und im Folgejahr seinen Abschlussbericht vorlegte 1990 wurde die Gemeinnutzigkeit im Wohnungsbau gesetzlich abgeschafft Siehe auch BearbeitenListe von Unternehmenszusammenbruchen und skandalenLiteratur BearbeitenWilhelm Kaltenborn Neue Heimat Die Jahre 1982 bis 1990 Ergebnisse und Bewertungen Dusseldorf 1990 Andreas Kunz Die Akte Neue Heimat Krise und Abwicklung des grossten Wohnungsbaukonzerns Europas 1982 1998 Campus Verlag Frankfurt 2002 ISBN 3 593 37164 2 Erwin K Scheuch Ute Scheuch Manager im Grossenwahn Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek 2003 ISBN 3 499 61481 2 Peter Kramper NEUE HEIMAT Unternehmenspolitik und Unternehmensentwicklung im gewerkschaftlichen Wohnungs und Stadtebau 1950 1982 In Vierteljahrschrift fur Sozial und Wirtschaftsgeschichte Band 200 Franz Steiner Stuttgart 2008 ISBN 978 3 515 09245 6 Rezension Michael Monninger Neue Heime als Grundzellen eines gesunden Staates Stadte und Wohnungsbau in der Nachkriegsmoderne Die Konzernschrift Neue Heimat Monatshefte 1954 1981 Berlin 2018 ISBN 978 3 86922 405 3 Ulrich Schwarz Hartmut Frank Hrsg Neue Heimat Das Gesicht der Bundesrepublik Bauten und Projekte 1947 1985 Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs 38 Dolling und Galitz Hamburg 2019 ISBN 978 3 86218 112 4 Andres Lepik Hilde Strobl Hrsg Die Neue Heimat 1950 1982 Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten Ausstellungskatalog De Gruyter 2019 ISBN 978 3 95553 476 9 Ausstellungen BearbeitenDie Neue Heimat 1950 1982 Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten TU Munchen 28 Februar bis 19 Mai 2019 anschliessend Museum fur Hamburgische Geschichte 27 Juni bis 6 Oktober 2019 4 Weblinks BearbeitenKarl H Hoffmann Die Neue Heimat in architekturarchiv de Peter Kramper Das Unternehmen als politisches Projekt Die Neue Heimat 1950 1982 PDF Pilotprojekte des ExWoSt Forschungsfeldes Stadtumbau West Projektseiten Bremen Osterholz Tenever und Lubeck Buntekuh Hintergrund Politik Strohmanner Scharlatane und Spekulanten mit Podcast auf dradio de Bettina Maria Brosowsky Jenseits des Marktdiktats In Die Tageszeitung 22 Juni 2019 abgerufen am 17 August 2019 Korruption und Wohnungsbau in ardmediathek de 13 Januar 2020 Einzelnachweise Bearbeiten a b c d Ute Wiedemeyer Der Skandal um die Neue Heimat Spiegel online einestages 23 Juni 2019 Gut getarnt im Dickicht der Firmen Neue Heimat Die dunklen Geschafte von Vietor und Genossen In Der Spiegel Nr 32 1982 S 92 104 online Uwe Bahnsen Als die Neue Heimat plotzlich ganz alt aussah welt de 6 Februar 2017 Das Museum zur AusstellungAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Neue Heimat amp oldid 213336378, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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