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Reinhard Hoppner deutscher Politiker SPD MdV MdL Ministerprasident des Landes Sachsen Anhalt 1994 2002 Sprache Beobachten Bearbeiten Reinhard Hoppner 2 Dezember 1948 in Haldensleben 9 Juni 2014 in Magdeburg war ein deutscher Politiker SPD Mathematiker und Autor Von 1994 bis 2002 amtierte er als Ministerprasident des Landes Sachsen Anhalt Reinhard Hoppner 2008 Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Beruf 2 Politische Laufbahn 2 1 Partei 2 2 Volkskammer der DDR 2 3 Land Sachsen Anhalt 2 4 Magdeburger Modell 3 Ehrenamtliches Engagement 3 1 Kirche in der DDR 3 2 Deutscher Evangelischer Kirchentag und Reformationsjubilaum 2017 3 3 Weiteres 4 Auszeichnungen 5 Ehrungen 6 Schriften 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseLeben und Beruf BearbeitenAls jungstes von drei Kindern des evangelischen Pfarrers Franz Hoppner wuchs Reinhard Hoppner in Magdeburgerforth und Prosen auf Er nahm als Schuler an den Internationalen Mathematik Olympiaden 1966 und 1967 teil und erhielt dort eine Silber bzw Goldmedaille Nach seinem Abitur 1967 an der Erweiterten Oberschule in Elsterwerda studierte er Mathematik an der TU Dresden und schloss das Studium 1971 als Diplom Mathematiker ab 1976 promovierte er extern an derselben Universitat mit einer Doktorarbeit zum Thema Fixpunktaussagen fur erweiterte Submarkoffsche Operatoren zum Dr rer nat 1 Der Zugang zu einer wissenschaftlichen Laufbahn blieb ihm aufgrund seiner Aktivitaten in der Evangelischen Studentengemeinde von Dresden verwehrt 2 Von 1971 bis 1989 war Hoppner Lektor und Fachgebietsleiter fur Mathematikliteratur im Berliner Akademie Verlag Seit 1980 war er ehrenamtlich in fuhrenden Positionen im Bereich der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und ab 1994 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag sowie von 1990 bis 2006 als Politiker in verschiedenen Amtern tatig Seit 2006 widmete er sich vorwiegend seinem ehrenamtlichen Engagement und seinen publizistischen Tatigkeiten Reinhard Hoppner war verheiratet mit Renate Hoppner der evangelischen Pfarrerin in der Kreuzgemeinde in Magdeburg und Vater dreier Kinder Er starb am 9 Juni 2014 nach langer schwerer Krankheit 3 an den Folgen einer Krebserkrankung und erfuhr am 14 Juni 2014 im Magdeburger Dom in einem Gedenkgottesdienst eine Wurdigung unter Beteiligung kirchlicher und politischer Personlichkeiten Politische Laufbahn BearbeitenPartei Bearbeiten Im Dezember 1989 trat Hoppner in die neu gegrundete Sozialdemokratische Partei in der DDR ein und wurde mit der Vereinigung der ost und westdeutschen Sozialdemokraten Mitglied der SPD Hoppner trat viermal als Spitzenkandidat seiner Partei bei Landtagswahlen in Sachsen Anhalt an Von 1990 bis 2002 war er Mitglied im Parteivorstand der SPD Er war ausserdem Mitglied des Vorstandes des Forums Ostdeutschland der Sozialdemokratie 4 Volkskammer der DDR Bearbeiten Vom 5 April bis zum 2 Oktober 1990 war Hoppner Mitglied der ersten frei gewahlten Volkskammer der DDR Entgegen einer informellen Absprache zwischen den Parteien der Grossen Koalition aus CDU DA SPD DSU und Liberalen wurde Hoppner jedoch nicht zum Prasidenten der Volkskammer sondern zum Vizeprasidenten gewahlt 5 In dieser Funktion leitete er vor allem die schwierigen Sitzungen wobei ihm seine Gesprachsleitungserfahrung als Prases der Synode zugutekam 6 Unter anderem leitete Hoppner die dramatische Sondersitzung der Volkskammer am 22 23 August 1990 7 auf der der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zum 3 Oktober 1990 beschlossen wurde In seiner Eigenschaft als Mitglied des Prasidiums der Volkskammer war Hoppner zudem Teil des kollektiven Staatsoberhauptes der DDR da mit Beschluss der Volkskammer vom 5 April 1990 die Befugnisse des Staatsrates der DDR auf das Prasidium der Volkskammer ubergingen Reinhard Hoppner links im September 1990 auf einer Wahlkampfveranstaltung in Leipzig mit Oskar Lafontaine Mitte und Anke Fuchs rechts Land Sachsen Anhalt Bearbeiten Vom 28 Oktober 1990 bis zum 23 April 2006 war Hoppner Mitglied des Landtags von Sachsen Anhalt in dessen erster bis vierter Wahlperiode Wahrend er bei den Landtagswahlen 1990 1994 und 1998 jeweils das Direktmandat im Wahlkreis Magdeburg II errang zog er bei der Wahl 2002 auf Platz 1 der SPD Landesliste in das Landesparlament ein In der ersten Wahlperiode war er Fraktionsvorsitzender der SPD Fraktion Vom 21 Juli 1994 bis zum 16 Mai 2002 amtierte er als Ministerprasident des Landes Sachsen Anhalt In dieser Eigenschaft gehorte er auch vom 26 Juli 1994 bis zum 16 Mai 2002 dem Bundesrat an vom 26 August bis zum 31 Oktober 1994 und erneut im Geschaftsjahr 1997 1998 als dessen Zweiter Vizeprasident Magdeburger Modell Bearbeiten Hauptartikel Magdeburger Modell Bei der Landtagswahl 1994 kandidierte Hoppner nach 1990 zum zweiten Mal als Spitzenkandidat der SPD Bei diesen Wahlen konnte die SPD deutliche Gewinne erzielen und erreichte mit 34 0 Prozent der gultigen Zweitstimmen nur 0 4 Prozentpunkte weniger als die CDU Da die FDP mit 3 6 Prozent 9 9 Prozentpunkte aus dem Landtag ausgeschieden war gab es fur den bisherigen Ministerprasidenten Christoph Bergner CDU keine regierungsfahige Mehrheit mehr Stattdessen bildeten SPD und Bundnis 90 Die Grunen eine Minderheitsregierung Am 21 Juli 1994 wurde Reinhard Hoppner vom Landtag im dritten Wahlgang zum Ministerprasidenten gewahlt 8 Die als Magdeburger Modell bekannte Modell einer zum ersten Mal auf Landesebene eingefuhrten Minderheitsregierung die auf eine Tolerierung durch die PDS angewiesen war wurde bundesweit kontrovers diskutiert Bei den Landtagswahlen 1998 konnte die SPD ihren Stimmenanteil auf 35 9 Prozent steigern wahrend die CDU deutliche Verluste erlitt 22 Prozent Da der bisherige Koalitionspartner Bundnis 90 Die Grunen den Einzug in den Landtag verfehlte wurde die Minderheitsregierung der SPD als Alleinregierung mit Reinhard Hoppner als Ministerprasident fortgesetzt Bei der Landtagswahl 2002 verlor die SPD fast 16 Prozentpunkte wahrend die CDU fast ebenso viel hinzu gewann Der SPD Spitzenkandidat Hoppner ubernahm die Verantwortung fur die Wahlniederlage und kundigte seinen Abschied von politischen Spitzenamtern an 9 Er blieb bis zur nachsten Landtagswahl 2006 Mitglied des Landtags und widmete sich vorwiegend seinen publizistischen und kirchlichen Aufgaben Ehrenamtliches Engagement BearbeitenKirche in der DDR Bearbeiten Hoppner war von 1972 bis 1994 Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und von 1980 bis 1994 Prases der Synode der Kirchenprovinz Sachsen Wahrend der 1980er Jahre war er wesentlich an der Gestaltung des Konziliaren Prozesses beteiligt 10 und vertrat die Kirche der DDR auch auf der Okumenischen Versammlung 1989 in Basel die er mit vorbereitete 11 Deutscher Evangelischer Kirchentag und Reformationsjubilaum 2017 Bearbeiten Kirchentagsprasident Reinhard Hoppner spricht auf dem Abschlussgottesdienst des Kirchentages in Koln 2007 Seit 1994 war Hoppner Mitglied im Prasidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und von 2001 bis 2007 Mitglied im Vorstand des Prasidiums Hoppner war Prasident des 31 Deutschen Evangelischen Kirchentages in Koln 2007 Im Leitungskreis Reformationsjubilaum 2017 den die Evangelische Kirche in Deutschland und der Deutsche Evangelische Kirchentag am 27 Mai 2013 grundeten ubernahm Reinhard Hoppner den Vorsitz den er bis zu seinem Tod innehatte 12 Weiteres Bearbeiten Zu Hoppners vielfaltigen weiteren Tatigkeiten gehorte seine Mitarbeit im Beirat zur Forderung Unterstutzung und Begleitung des Projektes Bibel in gerechter Sprache Er war Vorstandsmitglied der Evangelischen Akademie Sachsen Anhalt 13 Mitglied im Stiftungskuratorium des Wittenberg Zentrums fur Globale Ethik stellvertretender Vorsitzender der Martin Niemoller Stiftung 14 und ab 2003 Vorsitzender der Stiftung Adam von Trott Imshausen e V Tragerin einer Begegnungsstatte fur Dialog und Reflexion im ehemaligen Anwesen des Widerstandskampfers Adam von Trott zu Solz in Bebra Imshausen Von 1996 an war Hoppner Mitglied in der von Marion Grafin Donhoff und Richard von Weizsacker initiierten Neuen Mittwochsgesellschaft 15 Auszeichnungen BearbeitenIn Anerkennung seiner Leistungen bei der Vermittlung von Wissenschaft Politik Kultur und Religion erhielt Reinhard Hoppner im Jahre 2009 die Ehrendoktorwurde der Universitat Paderborn 16 Hoppner war seit 1999 Trager des Grossen Bundesverdienstkreuzes mit Stern Ehrungen BearbeitenSeit 2018 verleihen die SPD Sachsen Anhalt und die SPD Landtagsfraktion im Landtag von Sachsen Anhalt den Reinhard Hoppner Engagementpreis 17 Schriften BearbeitenSegeln gegen den Wind Texte und Reden und ein Gesprach mit Gunter Gaus Radius Verlag Stuttgart 1996 ISBN 3 87173 081 5 Zukunft gibt es nur gemeinsam Ein Solidaritatsbeitrag zur Deutschen Einheit Karl Blessing Verlag Munchen 2000 ISBN 3 89667 145 6 Acht unbequeme Jahre Innenansichten des Magdeburger Modells Mitteldeutscher Verlag Halle 2003 ISBN 3 89812 175 5 Wandern uber das Wasser Begegnungen zwischen Bibel und Politik Radius Verlag Stuttgart 2003 ISBN 3 87173 257 5 Bleiben wohin uns Gott gestellt hat Zeitzeugen berichten uber die Kirche in der DDR Hrsg von Reinhard Hoppner Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2004 ISBN 3 374 02207 3 Arbeit aus alles aus Politik am Ende der Arbeitsgesellschaft Anderbeck Verlag Anderbeck 2005 ISBN 3 937751 27 0 Versucht es doch 3 reichen die Gesellschaft zu verandern Gutersloher Verlagshaus Gutersloh 2007 ISBN 978 3 579 06515 1 Wunder muss man ausprobieren Der Weg zur deutschen Einheit Aufbau Verlag Berlin 2009 ISBN 978 3 351 02680 6 Die SPD und DIE LINKE Einsichten aus Ost und West Mit Egon Bahr Vorwarts Buch Verlag Berlin 2010 ISBN 978 3 86602 043 6 Literatur BearbeitenKurzbiografie zu Hoppner Reinhard In Wer war wer in der DDR 5 Ausgabe Band 1 Ch Links Berlin 2010 ISBN 978 3 86153 561 4 Weblinks Bearbeiten Commons Reinhard Hoppner Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Literatur von und uber Reinhard Hoppner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Lebenslauf auf www sachsen anhalt de PDF 175 kB Einzelnachweise Bearbeiten Reinhard Hoppner im Mathematics Genealogy Project englisch Vorlage MathGenealogyProject Wartung id verwendet Klaus Hartung Ein Meister des Konsenses In Die Zeit Nr 30 1994 22 Juli 1994 abgerufen am 21 April 2020 Matthias Meisner Er hat Ruckgrat gezeigt In Tagesspiegel Online Verlag Der Tagesspiegel GmbH 10 Juni 2014 abgerufen am 21 April 2020 Forum Ostdeutschland der Sozialdemokratie e V Vorstand auf www spd de Memento vom 14 November 2012 im Internet Archive Von hinten umarmt In Der Spiegel Nr 15 1990 9 April 1990 S 28 29 abgerufen am 21 April 2020 Christian Bangel Raphael Thelen Plotzlich sollte ich fur mich selbst werben In Zeit Online Zeit Online GmbH 18 Marz 2010 abgerufen am 21 April 2020 Klaus Taubert Die Nacht als die DDR unterging In Spiegel Online 20 August 2010 abgerufen am 21 April 2020 Sven Thomas Regierungspraxis von Minderheitsregierungen Das Beispiel des Magdeburger Modells Deutscher Universitatsverlag Wiesbaden 2003 ISBN 3 8244 4539 5 S 23f Holger Kulick CDU Wahlsieger will zuerst auf FDP zugehen In Spiegel Online 21 April 2002 abgerufen am 21 April 2020 Hans Joachim Veen Peter Marz Franz Josef Schlichting Kirche und Revolution das Christentum in Ostmitteleuropa vor und nach 1989 Koln Bohlau 2009 ISBN 978 3 412 20403 7 S 38 Katharina Kunter Erfullte Hoffnungen und zerbrochene Traume evangelische Kirchen in Deutschland im Spannungsfeld von Demokratie und Sozialismus 1980 1993 Gottingen Vandenhoeck amp Ruprecht ISBN 978 3 525 55745 7 S 58 Archiv In Kirchentag de Verein zur Forderung des Deutschen Evangelischen Kirchentages e V abgerufen am 21 April 2020 Tobias Thiel Dankbar und traurig nehmen wir Abschied von Reinhard Hoppner Meldung Evangelische Akademie Sachsen Anhalt e V abgerufen am 21 April 2020 Archivierte Kopie Memento vom 14 Juli 2014 im Internet Archive Webseite der Martin Niemoller Stiftung Marion Grafin Donhoff Burger und Staat In Die Zeit Nr 14 1998 26 Marz 1998 abgerufen am 21 April 2020 Ehrendoktorwurde fur Ministerprasident a D Dr Reinhard Hoppner Pressemitteilung Universitat Paderborn 29 April 2009 abgerufen am 29 November 2015 Preisverleihung Reinhard Hoppner Engagementpreis 2019 der Sozialdemokratie in Sachsen Anhalt SPD Fraktion im Landtag von Sachsen Anhalt abgerufen am 21 April 2020 Ministerprasidenten des Landes Sachsen Anhalt 1947 1952 Erhard Hubener Werner Bruschke Seit 1990 Gerd Gies Werner Munch Christoph Bergner Reinhard Hoppner Wolfgang Bohmer Reiner Haseloff Siehe auch Geschichte Sachsen Anhalts Grundung Sachsen AnhaltsVorsitzende der SPD Fraktion im Landtag von Sachsen Anhalt Reinhard Hoppner 1990 1994 Rudiger Fikentscher 1994 2002 Manfred Puchel 2002 2004 Jens Bullerjahn 2004 2006 Katrin Budde 2006 2016 Andreas Steppuhn 2016 Katja Pahle seit 2016 Prasidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentages Reinold von Thadden Richard von Weizsacker Gertrud Osterloh Heinz Zahrnt Kurt Sontheimer Helmut Simon Klaus von Bismarck Richard von Weizsacker Erhard Eppler Wolfgang Huber Eleonore von Rotenhan Helmut Simon Erhard Eppler Erika Reihlen Ernst Benda Rainer Meusel Barbara Rinke Martin Dolde Elisabeth Raiser Eckhard Nagel Reinhard Hoppner Karin von Welck Katrin Goring Eckardt Gerhard Robbers Andreas Barner Christina Aus der Au Hans Leyendecker Normdaten Person GND 119457741 OGND AKS LCCN n96101098 VIAF 18032325 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Hoppner ReinhardKURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker SPD MdV MdL Ministerprasident des Landes Sachsen Anhalt 1994 2002 GEBURTSDATUM 2 Dezember 1948GEBURTSORT HaldenslebenSTERBEDATUM 9 Juni 2014STERBEORT MagdeburgAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Reinhard Hoppner amp oldid 213817835, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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